Was ist Daoismus?
Der Daoismus ist Philosophie und Religion (wenn sie praktisch gelebt wird). Es ist die „Lehre des Weges“ (des Dao).
Zeitlich verortet wird er im 4.Jh.v.Chr. und als Begründer wird Laotzi (= „alter Meister“) angesehen, der das „Tao te King“, das Buch vom Sinn und Leben, geschrieben haben soll.
Demnach ist das Dao der Ursprung aller Dinge.
Das Daodejing (oder Tao te King) beschreibt in Kapitel 42 quasi die „Zellteilung“ und Entstehung des Lebens so:
„Das Dao gebar das Eine.
Das Eine gebar die Zwei.
Die Zwei gebar die Drei.
Die Drei gebar die zehntausend Dinge.
Aus dem Dao entstand also das „Große Ganze“ (Wuji).
Aus diesem die zwei Pole Yin und Yang (Taiji).
Und aus deren Interagieren, deren Wandlung, das Qi, die Lebensenergie…
Der Daoismus orientiert sich an der Natur als Ideal, sieht den Menschen als Teil der Natur (nicht deren Herrscher) und lebt die Integration in die Natur unter Verzicht auf jegliche Intervention (= Wuwei).
Er beinhaltet u.a. die Lehre des Qi, des Yin & Yang, der 5 Elemente bzw. Wandlungsphasen, die Bewegungskünste Taijiquan, Qigong und das Yangsheng und Streben nach Unsterblichkeit.
Neben dem Buddhismus und dem Konfuzianismus hat der Daoismus die Kultur Chinas maßgeblich geprägt.

