Baihui ist der höchste Akupunkturpunkt am Körper, die höchste Stelle am Kopf.
Hier laufen die Leitbahnen am Kopf zusammen – und von hier verbindet sich der Mensch (Ren) mit dem Himmel – Tian.

Tian - Di - Ren, das sind Himmel - Erde - Mensch. Es verdeutlicht die Idee, das der Mensch mit dem Himmel (Tian) und der Erde (Di) verbunden ist. Vom höchsten Punkt am Kopf (Baihui) ist der Mensch mit dem Himmel verbunden, von Yongquan (im Fußgewölbe) mit der Erde verwurzelt. (QiHai TCM & QiGong Köln -Nicola Maureder)

Baihui in der Akupunktur:

Baihui (oder in der Akupunktur-Nomenklatur: „Renmai 20“) wird häufig verwendet, um den Patienten geistig (und psychisch) „aufzurichten“, ihn also wieder mit dem Himmel zu verbinden.
Aber auch bei Schwindel und Konzentrationsproblemen.
Der Punkt liegt nicht in der Mitte des Schädeldachs, sondern eher auf dem hinteren Drittel, da wo meistens der Haarwirbel zu finden ist. Man findet ihn auch, wenn man mit den Daumen jeweils in beiden Ohrmuscheln einhakt und mit den Mittelfingern dann auf dem Kopf zusammenfindet. 

Baihui in den Bewegungskünsten:

Baihui hat auch den Bewegungskünsten QiGong und Taiji eine große Bedeutung, und zwar hinsichtlich der (aufrechten) Haltung

Es gilt zu jeder Zeit aufrecht zu bleiben, sich nach oben zu verlängern und eine aufrechte Körper- und Geisteshaltung zu üben.

Im Gegenzug dazu ist der sichere Stand, das verwurzeln in der Erde, ebenso wichtig. Hier nimmt der Mensch durch Yongquan (im Fußgewölbe) Verbindung mit der Erde auf.

Lesen Sie in dem Blog „QiGong in einer Nussschale“ mehr zu den Haltungs-Grundlagen des Qigong. 

 

Was genau passiert eigentlich bei der Akupunktur? Das fragen sich viele Patienten, wenn sie es noch nicht selbst erlebt haben.

Bei der Akupunktur werden ausgewählte Punkte mit sehr feinen Nadeln gestochen, die dazu dienen, den lokalen Stoffwechsel zu fördern, Stauung aufzulösen oder bei Mangelzuständen zu tonisieren. Akupunktur in Köln: Praxis QiHai TCM & QiGong Köln - Nicola Maureder

Bei der Akupunktur wird mit sehr feinen Nadeln gearbeitet, sie haben einen Durchmesser von gerade mal 0,2 bis maximall 0,3 mm. Eine Kanüle hat 1 mm. Die Nadeln sind also extrem fein und flexibel.
Früher hat man die Nadeln sterilisiert und wieder verwendet, da hatte aber jeder Patient seinen eigenen Nadelsatz. Das war insbesondere bei teuren Nadeln mit Silber und Gold auch eine Kostenfrage. Heute werden fast ausschließlich Einwegnadeln verwendet, die nach der Behandlung in sicheren Abwurfboxen entsorgt werden.

Es gibt über 360 Akupunkturpunkte. Davon sind aber in der Praxis weniger als die Hälfte im regelmäßigen Einsatz. Bei der einer Behandlung werden in der Regel ca. 4-6 Punkte, maximal ca. 12-18 Nadeln gesetzt.
Es sei denn man behandelt mehrere „Baustellen“ parallel. 

Die „Meridiane“ bzw. Leitbahnen am Körper sieht man häufig auf den Akupunktur-Postern. Diese Leitbahnen verlaufen grundsätzlich längs der Körperstrukturen, also entlang der Knochen oder Muskeln. Es ist quasi der „Weg des geringsten Widerstands“, den die Energie im Körper nimmt, wenn sie frei fließen kann. 

Der Ursprung für Schmerz oder Erkrankung definiert sich durch eine Beeinträchtigung des Energieflusses im Körper – durch Mangel oder durch Fülle.
Im Bild eines Flusses gesprochen: Ein Widerstand (zB. Steine) in einem Flussbett verursacht Fülle vor dem Widerstand und Mangel dahinter. Eine lokale Blockierung oder Stoffwechselstörung verursacht daher Folgen im Verlauf dieser Leitbahn und entsprechend dem Organ bzw. Funktionskreis, der betroffen ist.

Die Akupunkturpunkte findet man in der Regel in anatomischen „Löchern“ oder Zwischenräumen, etwa zwischen Knochen und Muskeln, man kann also mit dem Finger immer „reinrutschen“. Daher macht es Sinn, diese nicht optisch (anhand von Bildern) zu suchen, sondern sie zu ertasten. Hierbei lässt sich zudem meistens schon der Zustand diagnostizieren.
Hierin liegt auch die Gemeinsamkeit mit der Tuina-Massage, bei der ebenso die Akupunkturpunkte und Leitbahnen eine Rolle spielen und massiert werden.

Beim Setzen der Nadeln bemerkt man einen sehr kurzen Einstich, der sich in der Regel aber sofort wieder beruhigt. Manche Therapeuten verwenden silikonbeschichtete Nadeln, weil diese durch das Schmiermittel leichter durch die Haut gleiten – das Silikon verbleibt allerdings beim Ziehen der Nadeln im Körper zurück. Schmerz beim Einstich entsteht allerdings durch zwei wesentliche Ursachen: Das Vorliegen der Stauung oder des Mangels an dem Punkt (und dies lässt sich im Vorfeld schon ertasten) – oder eine stumpfe Nadelspitze! Qualitativ hochwertige Nadeln sind aber an der Spitze so gut geschliffen, dass sie unabhängig von Silikon leicht durch die Haut führen.

Nach dem Setzen der Nadeln ist der Einstich aber schnell vergessen – was aber während der Dauer der Akupunktur bleibt ist oft ein leichtes Druckgefühl, ein Vibrieren der Nadel, ein Gefühl des „Arbeitens“ im Gewebe, oft auch Wärme und ein geröteter Hof rund um die Nadel. Dies ist normal, gewollt und zeigt, dass die Akupunktur ihre Wirkung entfaltet. 

Auch beobachtet man häufig im Verlauf der (20 bis 40-minütigen) Akupunktur, nach ca. 15-20 Minuten, das Einsetzen einer tiefen Entspannung des Körpers, viele Patienten schlafen dann sogar ein. 

Wenn man nach ca. 30 bis 40 Min. die Nadeln zieht, lässt sich häufig feststellen, dass die Nadeln sich wesentlich leichter ziehen als sie sich haben setzen lassen.
Die Qualität der Punkte ist stark abhängig vom Zustand des Patienten. Was an einem Tag schmerzhaft (und behandlungsbedürftig)  ist, kann an einem anderen Tag völlig schmerzfrei sein. Somit sind Behandlungen im Verlauf (je nach Tageszustand) sehr unterschiedlich, auch wenn man immer wieder dieselben Punkte nadelt. 

Dantian (wörtlich übersetzt: „Zinnober-Feld“) ist ein Begriff aus dem Daoismus für Speicher-Zentrum des Körpers.
Es ist ein zentraler Begriff sowohl der TCM als auch im QiGong und Taiji.

Qi sammeln ins Dantian (QiHai TCM & QiGong, Kurse in Köln mit Nicola Maureder)

Qi ins Dantian sammeln

Es gibt deren drei – mit jeweils eigenen Zuständigkeiten:

  • das obere Dantian: das „Shen“Zentrum des Geistes befindet sich im Kopf, von der Höhe her in der Mitte zwischen den Augenbrauen (Yin Tang). 
  • das mittlere Dantian: das „Qi“Zentrum  befindet sich auf Herzhöhe (von der Höhe her etwa auf der Mitte des Brustbeins, mittig zwischen den Brustwarzen) am Punkt RenMai 17 und ist der Meisterpunkt der Atmung und Mu-Punkt des Herzbeutels. Er ist .a. auch zuständig für Emotionen. 
  • das untere Dantian: das „Jing“ – Zentrum speichert die ursprüngliche und essenzielle, körperliche Energie und liegt im Unterbauch. Und zwar im Bereich um Ren6 (Qihai, das „Meer des Qi“, 2 Finger breit unter dem Bauchnabel) und Ren4 (Guanyuan, „Tor des ursprünglichen Qi“, 4 Finger unter dem Bauchnabel). 
    Wenn man vom „Dantian“ spricht, ist meistens das grundsätzlich das untere Dantian gemeint.
    Es ist (neben Yongquan und Baihui) ein wichtiger Bezugspunkt im Qigong und Taiji! Das untere Dantian ist es, das beim Sammeln des Qi im QiGong wieder aufgefüllt werden soll. Es ist quasi unser Qi-Akku. Daher ist es wichtig, eine tiefe Atmung bis in den Unterbauch zu üben.
    Gleichzeitig ist es der Ursprung des Qi, welches im QiGong und Taiji der Bewegung vorangeht und ihr Kraft gibt. Bewegung erfolgt hier grundsätzlich aus der Mitte (des Unterbauchs) heraus zur Spitze bzw. den Extremitäten.
    Dieses Bewegungsprinzip gehört zu den wichtigsten Grundlagen der chinesischen Bewegungskünste und ermöglicht erst wirklich deren gezielte, ökonomische und effektive Ausführung.
    Auf der Rückseite, auf gleicher Höhe, ist „Mingmen“, das „Tor des Lebens“.

Yongquan ist die „sprudelnde Quelle“, der Akupunktur-Punkt Niere 1, der erste des Nieren-Meridians. Es ist der tiefste Akupunktur-Punkt des Körpers und der einzige an der Fußsohle. Man findet ihn, wenn man die tiefste Stelle des Fußgewölbes sucht, in etwa zwischen der 2. und 3. Zehe und hinter dem Vorderfußballen. Nicht etwa in der Mitte der […]

 

Der Daoismus ist Philosophie und Religion (wenn sie praktisch gelebt wird). Es ist die „Lehre des Weges“ (des Dao).
Zeitlich verortet wird er im 4.Jh.v.Chr. und als Begründer wird Laotzi (= „alter Meister“) angesehen, der das „Tao te King“, das Buch vom Sinn und Leben, geschrieben haben soll.

Demnach ist das Dao der Ursprung aller Dinge.
Das Daodejing (oder Tao te King) beschreibt in Kapitel 42 quasi die „Zellteilung“ und Entstehung des Lebens so:

„Das Dao gebar das Eine.
Das Eine gebar die Zwei.
Die Zwei gebar die Drei.
Die Drei gebar die zehntausend Dinge.

Aus dem Dao entstand also das „Große Ganze“ (Wuji).
Aus diesem die zwei Pole Yin und Yang (Taiji).
Und aus deren Interagieren, deren Wandlung, das Qi, die Lebensenergie…

Der Daoismus orientiert sich an der Natur als Ideal, sieht den Menschen als Teil der Natur (nicht deren Herrscher) und lebt die Integration in die Natur unter Verzicht auf jegliche Intervention (= Wuwei).

Er beinhaltet u.a. die Lehre des Qi, des Yin & Yang, der 5 Elemente bzw. Wandlungsphasen, die Bewegungskünste Taijiquan, Qigong und das Yangsheng und Streben nach Unsterblichkeit.

Neben dem Buddhismus und dem Konfuzianismus hat der Daoismus die Kultur Chinas maßgeblich geprägt.  

 

Gong (Kung) ist die Arbeit, Übung, Fähigkeit.

Dies kann im Kontext der Bewegungskünste Taiji und Qigong gemeint sein, aber auch z.B. bei der Teezeremonie.

Hegu: Akupunktur-Punkt Dickdarm 4

Hegu Akupunkturpunkt Di4 - QiHai TCM & QiGong in Köln

Tatsächlich ist Hegu der in der Praxis wohl am häufigsten verwendete Akupunkturpunkt.

Vielen ist er bereits bekannt als „Aspirin“-Punkt – mit analgetischer Wirkung (schmerzlindernd) auf den ganzen Körper. Besonders häufig wird er als Akupressurpunkt verwendet, um Kopfschmerzen zu lindern.

Er ist ein Meisterpunkt für Gesicht und Mund und wird auch für die Sinnesorgane eingesetzt.

Vorsicht: Die Nadelung ist in der Schwangerschaft kontraindiziert – Ausnahme: Geburtserleichterung.