Wudang Shan ist ein Gebirge in der Provinz Hubei in China, einer der heiligen Berge des Daoismus und Wiege der „inneren Kampfkunst“, u.a. des Taijiquan.
2005 erschien im SWR Fernsehen ein beeindruckender Film über Meister Tian Liyang, der u.a. wunderschöne Bilder von Wudang Shan zeigt, unter dem Titel „Der Meister von Wudangshan“.
Wushu ist der offizielle Name für Kung Fu bzw. der Oberbegriff für „äußeren Kampfkunst“ in China.
Die moderne Auffassung des Wushu, wie sie von der chinesischen Regierung propagiert wird, steht bis heute in Konflikt mit den traditionellen Stilen. Bei deren Anhängern findet diese körperbetonte und kampforientierte Lehre und Ausübung keine Anerkennung.
Es bleibt abzuwarten, ob die von der Regierung propagierte (wett-)kampfbezogene Ausübung und Vermarktung von Wushu künftig wieder zu den ursprünglichen Stilen „zurückrudert“ und deren Erhaltung wieder in den Vordergrund stellt.
Das würde bedeuten, dass der philosophische/daoistische Hintergrund dabei erhalten bleibt.
Viele Kampfkunst-Schulen haben es sich auf die Fahne geschrieben, die Tradition und Philosophie hochzuhalten und für deren Erhalt zu sorgen. Man findet es relativ schnell heraus, wenn man in einem Dojo den Lehrer (Shifu) und den Ablauf des Unterrichts beobachtet. Auch der Umgang mit unter den Trainierenden gibt Aufschluss darüber, ob hier Wert auf Tradition und Kultur gelegt wird.
In Abgrenzung zu den „äußeren Kampfkünsten“ zählen Tai Chi, Bagua Zhang und Xing Yi zu den „inneren Kampfkünsten“.
Xin ist das Herz.
Laut der TCM kontrolliert das Herz die Blutgefäße (Blut = Xue) und ist das „Haus des Shen“ (Geist des Herzens, Achtsamkeit).
Demzufolge spielt es eine Rolle u.a. bei Unruhe und Schlafstörungen.
Es entspricht der Wandlungsphase / dem Element Feuer.
Das zugehörige Yang-Organ ist der Dünndarm.
Im der TCM, im QiGong und der Meditation ist die Ruhe des Geistes (Shen) und die Leere des Herzens (Xin) Ziel und Herausforderung.
Deshalb ist es m.E. legitim und hilfreich, alle Ressourcen hierfür zu nutzen. TCM, Qigong/Tai Chi und Meditation ergänzen sich perfekt und die Übergänge sind ohnehin fließend. Und es ist eine Frage der Verfügbarkeit, der mühelosen Integration in den eigenen Lebensstil und nicht zuletzt des aktuellen Zustands und der Tagesform.
Beim Qigong lässt sich der Fokus hierauf durch eine kleine „Achtsamkeitsübung“ verankern: Diese habe ich in dem Blog „QiGong in einer Nussschale“ kompakt zusammengefasst. Es ist von Anfang an immer Teil meines „warm ups“ im QiGong.
Yang ist die helle, obere Hälfte des Taiji-Symbols.
Es ist die der Sonne zugewandte, helle Seite eines Hügels.
Das Aktive, Männliche, Helle, das Oben, der Himmel, der Tag, die Hitze, das Feuer, der Osten (Sonnenaufgang) bzw. Süden (Sonne im Zenit) und die Energie (im Gegensatz zu Materie, die ist Yin).
Hierzu gehören die „Fu-Organe“ (Hohlorgane, Verdauungsorgane): Dickdarm, „Dreifacher Erwärmer“ (Sanjiao) und Dünndarm, Gallenblase, Magen und Blase.
Unser heutige Alltag und Lebenswandel ist gewissermaßen deutlich „Yang-lastig“, d. h. geprägt von zu viel Aktivität, zu wenig Pausen, von Lärm und (künstlichem!) Licht, von Hitze und Dürre, nach wie vor von zähem Patriarchat, von Konsum und Reizüberflutung. Man sollte meinen, dass der „Peak“ dieser Entwicklung bald erreicht ist – in jedem Fall wird allmählich klar, dass diese Lebensform nicht unendlich fortgesetzt werden kann, da sie nicht nur für uns Menschen gesundheitsschädlich, sondern für unsere Umwelt destruktiv ist.
Hoffnungsvoll zeichnet sich gerade eine „Trendwende“ ab.
Grundlegende Voraussetzung für Gesundheit ist die Balance von Yin und Yang –
das Therapieziel, aber vor allem das Ziel der Prävention ist der Ausgleich und die Mitte.
Yangsheng heißt übersetzt „Lebenspflege“ und meint damit das, was wir „Prävention“ nennen: Die Gesundheit eigenverantwortlich und aktiv durch achtsamen Umgang und Pflege von Körper & Geist zu erhalten und durch Förderung von sowohl geistiger wie körperlicher Balance kontinuierlich wieder herzustellen – und damit dem nachträglichen und oft mühsamen Therapieren an manifesten Erkrankungen zuvorzukommen.

DYYSG – Daoyin Yangsheng Gong (QiGong in Köln, Nicola Maureder)
Es ist eine gesundheitsbewusste und respektvolle, nachhaltige Lebenseinstellung. Daraus hervorgegangen ist u.a. QiGong.
Der Lebenspflege-Gedanke ist u.a. Grundlage des Lehrsystems von Prof. Jiao Guorui, das Daoyin Yangsheng Gong, das eine ganze Reihe von QiGong-Formen umfasst.
Viele dieser Formen werden in meinen Kursen in Köln geübt.
Yi ist die Absicht, die Vorstellungskraft, die Konzentration.
In Bezug auf QiGong und die „inneren Kampfkünste„, z.B. Taijiquan, ist es der Fokus, die bewusste Lenkung einer Bewegung bzw. der eigenen Aufmerksamkeit auf den Körper.
In den Bewegungskünsten (QiGong und die inneren Kampfkünste) ist es die führende Kraft der Bewegung. In meiner QiGong-Ausbildung hat sich ein Bild eingeprägt, das ich sehr hilfreich finde: Yi könnte man als den Kutscher sehen, der die Zügel in der Hand hält und die Richtung sowie die Geschwindigkeit vorgibt. Es lenkt also die Kutsche. Das „Pferd“ ist in diesem Bild allerdings nicht der Körper oder die Muskelkraft. Eine treibende Kraft der Bewegung ist vielmehr die Atmung. Das erstaunt natürlich jeden Sportler, denn es dreht den Fokus in der Bewegung soz. um: Normalerweise bewegen wir uns und atmen dabei. Hier atmen wir und bewegen uns dabei. Andere Reihenfolge, anderer Fokus. Die treibende Kraft, also das Pferd, ist in diesem Bild also die Atmung. Und die Kutsche, die hinten dran hängt, das ist der Körper… Also: Das Yi (die Absicht) ist der Kutscher. Das Qi (aus Atmung) ist das Pferd. Der Körper (und Muskelkraft) ist die Kutsche.
Der erste Teil (Yi, die Absicht, die Lenkung, Antezipation) ist in der Regel kein Problem. Aber Pferd und Kutsche umzudrehen, bzw. Atmung und Körper – das fällt doch meistens am Anfang schwer. Atmen und bewegen – nicht umgekehrt. Aber wenn man sich in den Bewegungen von Qigong und den Kampfkünsten erst ein bisschen zuhause fühlt, dann kann man sich darauf einlassen. Und es lohnt sich!
Der Fokus auf die Bewegungen von QiGong und Tai Chi ist übrigens eine m.E. besonders schöne Form von „bewegter Meditation“. Denn mit dem Fokussieren auf die harmonischen, mühelosen und fließenden Bewegungen lassen sich die „Affen“ des Alltags sehr gut einfangen.
Yin ist die dunkle, untere Seite des Taiji-Symbols, der Gegenpol zum Yang.
Es ist die Schattenseite eines Hügels.
Das Passive und Ruhige, das Weibliche, das Dunkle, das Untere, die Nacht, die Kälte, das Wasser, der Westen (Sonnenuntergang) bzw. Norden – und die Materie (im Gegensatz zur Energie).
Hierzu gehören die „Zang-Organe“ (die Speicherorgane): Lunge, Perikard und Herz, Leber, Milz und die Nieren.

Zusanli ist der Akupunktur-Punkt Magen36 und einer der meist genadelten Punkte. Er befindet sich direkt an der Außenkante des Schienbeins in einer Vertiefung zwischen Schienbein und Wadenbein. Ertastet wird er, indem man am Schienbein entlang in Richtung Knie hochrutscht, etwa 4 Fingerbreit unterhalb der Kniescheibe. Oft ist der Punkt druckschmerzhaft.

Zusanli stärkt das Qi, beruhigt das Shen (den Geist) und ist ein Hauptpunkt zur Qi-Stärkung bei Schwächezuständen, unter anderem bei Burnout.
In der Magen-Form des Daoyin Yangsheng Gong wird dieser Akupunktur-Punkt massiert.

