Jing ist die körperliche/stoffliche (Lebens-) Essenz, die körperlichen „Reserven“, die Summe aus Yin + Yang, gespeichert in den Nieren.

was-ist-jing - das bild wurde mit Perplexity erstellt -

Es steht in seinem Zenit mit etwa 25 Jahren – mit 40 Jahren ist davon noch etwa die Hälfte übrig. Daher besteht ein Grundprinzip der Prävention nach TCM darin, den verschwenderischen Umgang mit den Ressourcen des Körpers zu minimieren, den eigenen Körper mit Freundlichkeit und Respekt zu behandeln und zu erhalten. Das geschieht durch eine umfassend gesunde Lebensführung mit natürlicher und individuell sinnvoller Ernährung als auch den Bewegungskünsten QiGong, Taiji und Meditation.

Jing ist einer der drei „Schätze“ im Menschen (San Bao): Yin, Qi und Shen.

Qi ist die vitale Energie und Lebenskraft.

Bedeutung des chinesischen Schriftzeichens 氣:

  • Oberer Teil = „Luft/Dampf“
  • Unterer Teil = Reis

Es beinhaltet also Materie (Reis, Nahrung) und Energie – mithin Yin und Yang.

  • Dabei ist Qi die Energie, die im Körper fließt.
  • Blut ist die „Materie“, die im Körper fließt.

In dem Sinne ist Qi Yang (Energie), Blut ist Yin (Materie).

Es wird unterteilt in Vorgeburts- und Nachgeburts-Qi.

  • Yuan-氣 = Vorgeburts-氣 ist, das „ursprüngliche“ Qi, wir erben es von unseren Eltern und wird in den Nieren gespeichert.
  • Hou Tian 氣Nachgeburts-氣 „tanken“ wir durch Nahrung und Atmung (Qigong!).
  • Gu-氣 = Nahrungs-氣 wird von der Milz zusammen mit Luft aus den Lungen und Yuan-氣 aus den Nieren zu „wahrem Qi“, dem Zhen-氣 und weißem Blut verarbeitet.
  • Zheng-氣 ist der Sammelbegriff für die 2 abwehrenden Qis des Körpers (Ying-氣 und Wei-氣)
  • Ying-氣 fliesst (ernährend) in den Meridianen
  • Wei-氣 bewegt sich als Abwehr-Qi zwischen Haut und Muskeln =Schutz. 

Qi Kalligrafie - QiHai TCM & QiGong, Köln

Qi ist die „weise Kraft“ in der Bewegungskunst – versus Muskelkraft (die „dumme Kraft“)

Im QiGong und Taiji geht es darum, Bewegung durch Yi (Fokus, Will) das Qi zu lenken und hierdurch Bewegung zu induzieren und optimal einzusetzen. Das heißt zum einen, dass großen Wert darauf gelegt wird, es zu erneuern und aufzunehmen – und gleichzeitig nicht verschwenderisch damit umzugehen, gewissermaßen immer eine positive Bilanz anzustreben.

Sparsam, schonend und weise damit umgehen

Das ist das oberste Gebot und Voraussetzung für eine lange Gesundheit. Daher stehen auch Statik, Haltung, Dynamik und Mühelosigkeit und der respektvolle, „freundliche“ Umgang mit seinem Körper in diesen Bewegungskünsten im Dienste der effektiven Ausführung. Viele „kleine“ Details in der Ausführung zeigen so im Ergebnis erstaunlich große Wirkung – und bieten sehr viel Potenzial für kontinuierliche Verbesserung, selbst bei jahrelanger Übung. Da ist im wahrsten Sinne des Wortes stets immer noch ganz viel „Luft nach oben“!

QiGong in Köln - QiHai TCM & QiGong

QiGong bedeutet „Energie Arbeit“ und ist eine der 5 Säulen der TCM. Es ist eine Bewegungskunst, Meditation, Prävention und Regeneration: Qi durch Atmung.

Im Unterschied zu QiGong ist Taiji (oder Tai Chi) die „innere“ Kampfkunst, die auf demselben Bewegungsprinzip fusst. 
Dort geht es aber um Kampfkunst, während Qigong immer hauptsächlich den eigenen Körper und die Gesundheit (Prävention, aber auch Heilung) im Blick hat. Die Übungen im Qigong sind meistens wesentlich einfacher zu erlernen als Taiji – und sind Grundlage der Bewegungsform.

Es gibt unzählige Übungs-Formen, in der Regel zusammengestellt aus 8 oder 12 Übungen (u.a. die „8 Brokate“, das „Spiel der 5 Tiere“, die „6 heilenden Laute“, das Yi Jin Jing (Shaolin-Form für Muskeln und Sehnen) und eine ganze Reihe von Formen des Daoyin Yangsheng Gong), die primär der Prävention dienen, aber durchaus auch therapeutische Anwendung finden.

Einige Übungsfolgen finden Sie hier.

 

 

Die Elsternbrücke „Què qiáo“ ist ein Verbindungspunkt im QiGong. Sie spielt insbesondere bei der Übung des „kleinen himmlischen Kreislaufs“ (Xiao Zhoutian) eine „technische“ Rolle.
Es geht um die innere Verbindung im Kopf, zwischen Oberkiefer und Unterkiefer, soz. um das Schließen dieser Lücke. Die Zunge liegt flach am Gaumen an, hinter den Schneidezähnen und ohne Druck, und schafft so die innere Verbindung im Kopf zwischen dem DuMai (Meister der Yang-Meridiane, der vom Steißbein hinten durch die Mitte hochläuft bis über den Kopf und unter der Nase endet) und dem RenMai (der Meister der Yin-Meridiane, verläuft vom Schritt aus vorne durch die Mitte hoch bis unterhalb der Unterlippe).

Kleiner Kreislauf - Què qiáo


Die Elsternbrücke Què qiáo verbindet also die beiden Meistermeridiane im „kleinen himmlische Kreislauf“ und lässt sie ineinander fließen.

Nur ganz nebenbei ist dies auch einer der Gründe, warum man beim QiGong nicht durch den Mund ausatmet.
Mit der Zunge am Gaumen ist dies gar nicht möglich.

 

 

 

Shen ist Achtsamkeit, Bewusstsein und der Geist des Herzens.

Es zeigt sich in einem strahlenden Gesicht.

Xin (das Herz) ist das "Haus des Geistes" (Shen)

Das Herz (Xin) ist das „Haus des Geistes“ (Shen) – QiHai TCM & QiGong Köln

In der Leere und Stille des Herzens – bzw. in der Ruhe und Tiefe des Shen – erkennt man das Dao 😉
Diese Fähigkeit, oder vielmehr deren Übung, ist u.a. Grundlage der Meditation.

 

 

Während Kung-Fu die „äußere“ (körperbetonte) Kampfkunst darstellt, gehört Taijiquan, neben Bagua Zhang und Xingyiquan, zu den „inneren“ Kampfkünsten.

Taijiquan fußt, ebenso wie QiGong, zu einem großen Teil auf Grundlagen des Daoismus und insbesondere auf dem Bewegungsprinzip, der Arbeit mit Qi und deren Bewegungseffizienz und Wirkung.

 

Als Begründer der inneren Kampfkünste gilt Zhang Sanfeng. In daoistischen Klostern der Wudang-Berge wurden sie gepflegt und weiterentwickelt und bis heute erhalten. In China wurden sie lange unterdrückt und mussten im Geheimen praktiziert werden, um nicht ausgelöscht zu werden.

Dankenswerterweise wurden die inneren Kampfkünste von Wudang in die heutige Zeit gerettet und an neue Generationen weitergegeben. Sie werden mit großer Sorgfalt und Überzeugung von Meister Tian Liyang dargestellt.

 

Zitat Wikipedia: „Im Westen wird das Taijiquan häufig abgekürzt als Tai Ji oder Tai Chi bezeichnet. Genau genommen ist das falsch, da Taiji sich im Chinesischen nur auf das genannte Wirkprinzip bezieht und nicht auf die Kampfkunst. Da im deutschsprachigen Raum der Kampfkunstaspekt des Taijiquan manchmal vollständig in den Hintergrund tritt, der im Wort Quán ( – „Faust“) steckt, wird jedoch die verkürzte Bezeichnung teilweise bewusst verwendet. Selten liest man die Schreibweise Thai Chi. Keine entspricht der gebräuchlichen Transkription und ist vermutlich einfach ein Schreibfehler. „