Daoyin Yangsheng Gong
– die Organ-Formen nach Prof. Zhang Guangde
Daoyin ist ein klassischer daoistischer Begriff und steht für „den Körper dehnen und dabei das Qi durch den Körper (in den Meridianen bzw. Leitbahnen) leiten.
Aus dieser Idee der Bewegung (des Qi, hier in Form von Atem, durch den Körper) ist Qigong quasi entstanden.
Yangsheng bedeutet „Lebenspflege“ – und ist ein zentrales Konzept der TCM und der daoistischen Lebensphilosophie.
Man könnte es als chinesische Version vom heutigen „Longevity“-Konzept bezeichnen: Durch eine gesundheitsfördernde Lebensweise und Prävention gesund bis ins hohe Alter zu bleiben.
Die Formen des Daoyin Yangsheng Gong wurden erst in den 70er Jahren anlässlich einer schweren Erkrankung von Prof. Zhang Guangde (*1931 †2022) an der Sportuniversität Peking entwickelt – auf Basis der Idee, dass es für jede Erkrankung eine passende Medizin gibt. Sie haben die Prävention und Therapie insbesondere chronischer Erkrankungen und die Rehabilitation im Fokus. Diese „Organ-Formen“ basieren auf traditionellen Übungen und orientieren sich an den organischen Funktionskreisen, deren Pathologien und Pathophysiologien (Krankheiten und Krankheitsverläufe) und den TCM-Prinzipien: Yin & Yang, die Organe bzw. Funktionskreise und die 5 Wandlungsphasen – und nicht zuletzt die Meridiane und Akupunkturpunkte, die sich in den Übungen wiederfinden. Es gibt sie zB für die Lunge, die Nieren, die Leber, das Herz, Magen u. Milz, aber auch für Muskeln und Knochen sowie für die allgemeine Gesunderhaltung.
1990 wurde das Daoyin Yangsheng Gong vom chinesischen Gesundheitsministerium offiziell als medizinisches Qigong anerkannt.
Diese Formen bestehen aus jeweils 8 Übungen mit fließenden und oft drehenden Bewegungen, die besonders die dem entsprechenden Organ zugeordneten Meridiane bewegen und aktivieren. Teilweise werden auch Meridiane oder einzelne Akupunkturpunkte massiert oder beklopft, um sie zu tonisieren.
Wie immer verbunden mit Yi und Atmung.


