Kräutertherapie & Ernährung

Die chinesische Kräutertherapie und Ernährung nach den 5 Elementen ist die dem Westen von China zugeordnete Therapieform. Hier werden innere Ursachen mit Komplexmitteln und Nahrungsmitteln  von innen behandelt.

Viele der in China traditionell verwendeten Kräuter und Rezepturen sind jedoch m.E. bei uns kaum nutzbar, da für die Patienten oft häufig sehr fremdartig und z.T. geschmacklich (oder sogar ethisch, etwa bei der Verwendung von Produkten tierischen Ursprungs) unzumutbar.  Darüber hinaus sind sie in der Regel schwer zu beschaffen, erst recht in vertretbarer und frischer Qualität, und noch schwerer in laborgeprüfter, schadstofffreier und Bio-Qualität nach unseren Standards.

Bei Komplexmitteln in Form von Granulaten und Kapseln ist die Fachkunde und qualitative Verlässlichkeit des Herstellers erst recht unabdingbar.

Daher haben sich hier nur wenige Importeure und Hersteller auf diesen Bereich der Kräutertherapie (Phytotherapie) spezialisiert. Und sie wird entsprechend nur von wenigen fachkundigen Therapeuten angewendet – und inzwischen auch immer öfter durch westliche/europäische Phytotherapie  (mit ähnlicher Wirkung) ersetzt – was m.E. die Handhabung wesentlich vereinfacht. Es macht aus meiner persönlichen Sicht durchaus Sinn, unserem Habitat und unseren Lebensumständen Rechnung zu tragen und –  im therapeutischen Ansatz der TCM – mit vergleichbaren europäischen/heimischen Kräutern etwa der Klostermedizin oder der Hildegard-Medizin zu arbeiten. Es gibt bereits eine Reihe von Büchern, die sich mit der Verwendung von westlicher Phytotherapie nach dem Prinzip der TCM auseinandersetzen und verwendbare Ansätze liefern.

Ein wesentlicher Teil dieser Therapieform besteht auch in der Verwendung von Tee und Tee-Mischungen, ua. mit JuHua, den Tee-Chrysanthemen, Rosenblütenknospen, Goji-Beeren und Jujuben (chinesischen Datteln), Ingwer usw. Tee in seiner ganzen Vielfalt spielt ohnehin eine große Rolle in der chinesischen Ernährung – und wird im täglichen Gebrauch sehr gezielt nach seiner Wirkung eingesetzt. Hier bietet sich bereits die Möglichkeit, ohne große Mühe und sogar mit Genuss im Alltag einen erheblichen Beitrag zu einer gesunden Lebensweise zu leisten.

Die chinesische 5-Elemente-Ernährungslehre ist ein Bereich für sich, der die Wirkung der Nahrungsmittel auf den Körper bereits bei der gezielten Verwendung und Kombination, Zubereitung und saisonalen Verfügbarkeit nutzt. Man könnte es als Vorstufe bzw. Teil der chinesischen Phytotherapie verstehen – und sie ist für uns jedenfalls  problemlos verfügbar und damit deutlich einfacher umzusetzen.

In meiner Praxis integriere ich gern einzelne Bestandteile der chinesischen Kräutertherapie und Ernährung nach den 5 Elementen – allerdings nur insoweit es sich nicht um Komplexmittel handelt, sondern um natürliche Kräuter, Tees, (saisonale) Nahrungsmittel oder Nahrungsergänzungsmittel handelt, die bei uns in guter Qualität verfügbar sind, sich unkompliziert zubereiten und verwenden lassen und damit mühelos im Alltag zu integrieren sind.

Anstelle einer umfassenden Ernährungsumstellung ist mir wichtig, dass man  zunächst einmal ein eigenes Gefühl dafür entwickelt, was genau der eigene Körper in diesem Moment gerade braucht.

Nicht die unkritische Verwendung der gerade in den Medien gehypten „Superfoods“ ist sinnvoll, sondern die Überprüfung, was genau aktuell zu den eigenen Bedürfnissen passt. Die Antwort auf die Frage „Was koche bzw. esse ich heute?“ sollte sich also – neben der saisonalen Verfügbarkeit – immer daran orientieren, in welchem Zustand man sich gerade befindet und was der eigene Körper braucht, und das ist u. U. gerade nicht dasselbe, was der Rest der Familie benötigt, die Kollegen und Freunde empfehlen oder die Medien gerade „entdeckt“ haben…

Wenn man lernt, immer öfter auf seinen Bauch bzw. seine körperlichen Bedürfnisse zu hören, hat man die wichtigste Voraussetzung bereits erfüllt. Alles, was sich aus dem Bereich der Kräutertherapie und Ernährung mühelos und selbstverständlich integrieren lässt, ist hilfreich und nachhaltig.