Unser Qi Hai Blog

 


Wer mit den Zähnen knirscht oder presst (Bruxismus), kennt die Folgen: Kieferschmerzen oder -knacken, verspannte Nacken- und Schultermuskulatur, schlechter Schlaf oder sogar Tinnitus. Die Suche nach Entlastung kann mühsam sein, denn leider gibt es für die CMD (Cranio-mandibuläre Dysfunktion, Cranium = Schädel, Mandibula = Unterkiefer) keine Patentlösung – und vor allem nicht nur eine.
Im Idealfall ist es ein klassisches Beispiel für eine sehr individuelle (!) und multimodale Behandlung, bei der Kieferorthopädie, Physiotherapie, Osteopathie, ggf. auch eine Psychotherapie, auf jeden Fall aber Entspannungsverfahren und die TCM (insbesondere die Akupunktur u. Tuina-Massage) sinnvoll und konstruktiv zusammenarbeiten können.

Diagnostik und Kieferorthopädie

Am Anfang steht die Diagnostik, und da zunächst die Kieferorthopädie (KFO), denn hier sollte die Stellung der Zähne und des Kiefers überprüft, Fehlstellungen ggf. korrigiert und als Schutzmaßnahme für Zähne und Kiefergelenk auch eine Aufbiss-Schiene angefertigt werden. 

Wichtig zu wissen: Eine Schiene ist kein „Einmal-und-fertig“-Hilfsmittel. Sie sollte mindestens 1-2x/Jahr, bei starker Beanspruchung eher noch 1x/Quartal, kontrolliert und poliert werden. Denn die meisten Knirscher wetzen sich in kurzer Zeit Spurrillen in die Schiene, in denen die Zähne hängen bleiben und somit erneut Druck aufbauen können. Idealerweise sollten die Zähne aber auf der Schiene keinen Halt finden, um eben keinen Druck aufbauen zu können. Eine abgewetzte Schiene ist keine Entlastung.

Muskeln und Entspannung

Bei der Physiotherapie lohnt es sich, gezielt nach Therapeuten mit CMD-Ausbildung und Erfahrung zu suchen. Die (meist intraorale) Behandlung der Kaumuskulatur (insbes. des M. Masseter) ist oft intensiv, aber wirkungsvoll. Gleichzeitig werden auch Nacken- und Schulterverspannungen gelockert – Bereiche, die fast immer chronisch verspannt sind.

Gute Physiotherapie geht darüber hinaus: Sie vermittelt Übungen, mit denen Betroffene selbst aktiv und kontinuierlich zur Entspannung beitragen können.

Haltung und Statik

Osteopathie kann hier helfen, Fehlhaltungen zu lösen und die Ausrichtung des Kiefers, der HWS (Halswirbelsäule) und oft bis hin zu Becken und ISG (Iliosakralgelenk) zu überprüfen u. ggf. zu korrigieren. Das kann ein „Game Changer“ sein.

👉🏻 Wichtig ist die Abstimmung der Behandlungen. Veränderungen durch Physiotherapie oder Osteopathie können Einfluss auf kieferorthopädische Maßnahmen wie Abdrücke und Anfertigung von Schienen haben!

HNO bei Tinnitus

Bei gleichzeitigem Tinnitus führt der Weg in der Regel zuerst zum HNO-Arzt. Akut wird meist mit Cortison behandelt – allerdings mit wechselnden Erfolgsaussichten, besonders wenn die Beschwerden bereits chronisch sind.

Aber auch Physiotherapie, Osteopathie und die TCM können Auswirkungen auf den Tinnitus haben.

 

Soweit die Akut-Behandlung. Ab hier entscheidet sich, wie nachhaltig die Entlastung wirklich ist.

Denn mit dem kurzzeitigen Auflösen von Fehlstellung oder Anspannung ist es meistens nicht getan. Die Entlastung (und das ist natürlich der erste wichtige Schritt!) – ist von kurzer Dauer, wenn die Ursache bestehen bleibt. 

Zwei Einflussfaktoren werden dabei oft unterschätzt:

  • der Schlaf 
  • der Stress (Überlastung, mental load, Burnout, Trauma/PTBS…)

Und allerspätestens hier kann TCM eine große Hilfe sein, nämlich bei drei Beiträgen zur Nachhaltigkeit der Behandlung:

  • Entspannungsmethode
  • Schlafqualität und -quantität verbessern
  • Stress und psychische Belastung lindern

TCM als Entspannungsverfahren

Zunächst mal das Naheliegende: Qigong kann schon mit nur 1 Stunde/Woche in einer Gruppe oder 10-15 Min./Tag  eine extrem effektive Methode sein, Stress und Belastung jeglicher Art im Alltag immer wieder selbstwirksam und sehr einfach aufzulösen.

Dass wir in unserem Lebensalltag Belastung und Stress gänzlich vermeiden können, ist wenig realistisch. Also bleibt tatsächlich nichts anderes übrig, als zumindest für kontinuierlichen Ausgleich zu sorgen. Qigong ist da ein sehr einfacher erster Schritt in die Nachhaltigkeit.

Aber auch Tuina-Massage und Akupunktur sind ganz klassisch Methoden, mit denen sich die (oft nicht vermeidbare) körperliche Anspannung immer wieder auflösen und das Nervensystem regulieren lässt. 

Als Methode der kontinuierlichen und angemessenen Selbstfürsorge. Mit angemessen meine ich die Intervalle:
Nach meiner Erfahrung empfiehlt sich Tuina-Massage oder Akupunktur 
alle 4-6 Wochen als reine Prävention und „Körper- und Geist-Hygiene“ in guten Zeiten, 
alle 2 Wochen, wenn man schon mäßig im Stress ist oder sich Stress anbahnt und
1x/Woche, wenn man stark belastet ist. Dann gilt es, die Unterstützung hochzufahren. 

Dies lässt sich jeweils situationsentsprechend flexibel immer wieder anpassen.

Akupunktur ist eine Behandlungsmethode der TCM

Akupunktur ist eine Behandlungsmethode der TCM

 

Auch die Selbstmassage von Akupressur- bzw. Akupunkturpunkten kann eine Hilfe sein, Verspannungen immer wieder zu lösen, am besten z.B. abends vor dem Schlafengehen.
Eine kleine Anleitung dazu findet Ihr in diesem Short-Video

TCM für gesunden Schlaf

Viele CMD-Betroffene schlafen schlecht – und merken es morgens deutlich. Wer morgens völlig gerädert wach wird und das Gefühl hat, überhaupt nicht erholt zu sein, der hat schließlich die ganze Nacht „gearbeitet“. 

Dabei ist guter Schlaf entscheidend für Regeneration.

Akupunktur kann sowohl beim Ein- als auch beim Durchschlafen unterstützen.
Zudem wird sowohl die körperliche wie auch die geistige „Grundspannung“ gezielt gelindert, um die Erholsamkeit des Schlafes zu verbessern. 

Schließlich ist die Schlafqualität ein sehr wesentlicher Regenerationsprozess – der dank des „Longevity“-Hypes endlich wieder zu mehr Beachtung kommt. Denn wer nicht gut schläft, kann auf Dauer nicht gesund bleiben. Und wer seinen Schlaf sabotiert, schadet sich langfristig.

TCM zur psychischen Entlastung

CMD hat meistens eine psychosomatische Komponente. 

Wenn die Spannung auf dem Kiefer psychische Ursachen hat, wird jeder noch so langwierige Therapiemarathon nicht nachhaltig erfolgreich sein, wenn der psychosomatische Anteil keine Beachtung findet.

Emotionaler Stress, mental load, Sorgen, Burnout, Ängste und Traumata/PTBS werden quasi im Körper „gehalten“. Das Zähnepressen und die Schutzhaltung in Form von Hochstellung der Schultern sind klassische körperliche Reaktionen auf ein Bedrohungsszenario (ganz egal ob äußerlich oder innerlich). 

Mit Akupunktur lassen sich so oft die betroffenen stagnierten und gehaltenen Emotionen sanft lösen. Dies ist auch in Ergänzung zur Psychotherapie eine große Unterstützung, sowohl im Therapieprozess selbst als auch, um die Anstrengung einer Therapie aufzufangen. 

Soweit also psychische Belastungen bei einer CMD eine Rolle spielen, ist die Kombination aus Psychotherapie und TCM zur Entlastung eine mögliche nachhaltige weil ursächliche Therapie.

Long story short:

Die CMD ist deshalb tricky, weil die Ursachen individuell sind, die Diagnostik differenziert sein sollte und die Behandlung meistens eine multimodale Zusammenarbeit erfordert zwischen Kieferorthopädie, Physiotherapie u. Osteopathie, psychologischer Unterstützung – und TCM zur Entspannung, Entlastung und nachhaltiger Prävention.

Welche Ansätze im Einzelfall sinnvoll sind, lässt sich in einem Diagnose- und Erstberatungstermin recht schnell feststellen und ggf. spürbar machen.

Wenn Du Dich für die Möglichkeiten der TCM interessierst, kann eine persönliche (gern auch vorab telefonische) Beratung ein erster Schritt sein. Terminvereinbarung ist auch über Online-Buchung möglich. 

#CMD #Zähneknirschen #Zähnepressen #Bruxismus #Kieferknacken #KFO #Osteopathie #Nackenverspannung #Schulterverspannung #Schlafstörungen #Erschöpfung #Psychosomatik #stress #mentalload #mentalhealth #mentalegesundheit #longevity #tcm #akupunktur #akupressur #köln

 

Wechseljahre & Menopause vs. Altern: eine klare Differenzierung

Vorab finde ich es mal wichtig, die Menopause ganz explizit abzukoppeln von der Frage des Alterns.

In der aktuellen Diskussion rund um „Longevity“ wird oft suggeriert, es gehe darum, das Altern aufzuhalten. Doch genau das Gegenteil ist der Fall: Es geht darum, gesund alt zu werden – nicht darum, das Alter zu vermeiden. 

Und: Das Aufhalten der Wechseljahre bzw. Menopause ist keine Anti-Aging-  oder Longevity-Maßnahme. 

Lebensabschnitt vs. Erkrankung: Ein Unterschied in der Behandlung

Weder das Alter noch die Menopause sind der eigentliche Feind – der Verlust von Gesundheit und Lebensqualität ist es. Und dagegen kann man etwas tun!

Sowohl das Altern als auch die Wechseljahre u. Menopause sind natürliche Lebensvorgänge und keine Erkrankungen.
Beschwerden, die in den Wechseljahren auftreten, sind keine Krankheitssymptome. Wenn sie es wären, sollte man, da sind sich wohl alle einig, nach der Ursache suchen und diese behandeln – also ursächlich arbeiten. 

Entsprechend geht es hier nicht um „Heilung“ im medizinischen Sinne – sondern um Erhaltung von Gesundheit und Lebensqualität. Ein Abzielen auf die individuelle Behandlung der Beschwerden (anstelle der Ursache) ist daher – anders als bei Erkrankung – hier medizinisch gerechtfertigt, zielführend und pragmatisch.

Die Wechseljahre haben verglichen mit dem Altern den Vorteil, dass sie vorbei gehen, weil sie ebenso wie die Pubertät nur eine „Umbauphase“ sind.
(Rückwirkend kann man es auch liebevoll als „Upgrade“ betrachten – und die laufen auch nicht immer ruckelfrei…).

Dabei beschränken sich diese Veränderungen (genauso wie die Pubertät) nicht nur auf den Körper.
Auch persönliche und emotionale Entwicklungen gehören dazu. Sie sind physiologisch und Teil dieser Lebensphase – und haben letzten Endes ja Veränderungen und Entwicklung zum Ziel.

Diagnostik: Ursachen unterscheiden, um angemessen zu handeln 

Nicht alle Beschwerden sind aber eindeutig immer nur den Wechseljahren zuzuordnen.

Symptome wie Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme oder Stimmungsschwankungen können viele Ursachen haben! Deshalb ist es wichtig, den individuellen Kontext zu betrachten und andere Ursachen tatsächlich auszuschließen.

Mehr als nur zwei Optionen

Oft entsteht der Eindruck, es gebe nur zwei Wege durch die Wechseljahre: entweder „durchhalten“ oder eine Hormonersatztherapie (HET).
Diese Sichtweise greift zu kurz. Zwar sind beide Optionen möglich, aber längst nicht die einzigen. Individuelle Lösungen erfordern nur mehr Zeit und Auseinandersetzung – sind jedoch in vielen Fällen effektiv und nachhaltiger.

Zudem ist es eine Frage von Aufmerksamkeit, Pragmatismus und zielführender Unterstützung.

Beschwerden individuell behandeln

Typische Beschwerden in den Wechseljahren sind u.a.:

  • Schlafstörungen
  • Brainfog („Menobrain“)
  • Stimmungsschwankungen
  • Hitzewallungen
  • Erschöpfung
  • Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen, z.B. der Schulter…

Die individuellen Beschwerden lassen sich auch einzeln und gezielt behandeln. 

Und ein Ansatz ist beispielsweise die Akupunktur. Wenn sich durch Akupunktur z.B. der Schlaf spürbar verbessern lässt oder Hitzewallungen nachlassen, kann dies durchaus eine dritte Option sein – neben der HET oder dem „durchstehen müssen“…

(Hier eine allgemeine Übersicht zu Indikationen und Möglichkeiten der TCM).

👉🏻 Praxis-Tipp aus der TCM

Der Akupunkturpunkt Milz 6 (Sanyinjiao), lokalisiert oberhalb des Innenknöchels, wird in der TCM häufig im Bereich der Frauengesundheit verwendet.

Der Akupunkturpunkt Milz6 am inneren Fußknöchel ist ein oft hilfreicher Punkt in der Frauengesundheit

  • Druckempfindlichkeit kann auf einen Zusammenhang mit dem Zyklus hindeuten
  • Eine sanfte Massage (von unten nach oben) kann helfen, Stauung und Druckschmerz aufzulösen
  • Wichtig: Nicht während der Schwangerschaft anwenden!

Hier findest Du ein Short auf Youtube dazu. 

Fazit: Lebensqualität im Fokus

Ziel im Umgang mit Wechseljahren und Menopause ist nicht die Vermeidung eines natürlichen Prozesses, sondern die Linderung von Beschwerden und die Erhaltung und Verbesserung der Lebensqualität durch eine differenzierte, zielgerichtete Unterstützung.

Wenn Du Dich für die Möglichkeiten der TCM interessierst, kann eine persönliche (gern auch vorab telefonische) Beratung ein erster Schritt sein.
Terminvereinbarung ist auch über Online-Buchung möglich. 

#menopause #wechseljahre #frauengesundheit #Hormone #Schlafstörungen #brainfog #gesundaltern #longevity #tcm #akupunktur #akupressur #köln

 

World Tai Chi Qigong Day – seit über 25 Jahren!

1999 zum ersten Mal als Welt-Event oder globaler „flashmob“ veranstaltet, entstand der World Tai Chi Qigong Day aus einer Veranstaltung 1998 in Kansas City. Seitdem ist dieses weltumspannende Event stetig gewachsen und umfasst inzwischen über 70 Länder.

Jeweils um 10 Uhr Ortszeit üben die Menschen unter dem Motto „One World… One Breath“ zusammen Tai Chi und Qigong und lassen diese „Welle“ somit einmal um die Erde laufen – eine wunderschöne Vorstellung! 

Einleitende Worte von den Gründern des World Tai Chi Qigong Days:

„Liebe Unterstützer und TeilnehmerInnen des World Tai Chi & Qigong Day,

diese globale Welle der guten Absicht bietet eine Vision der Hoffnung und Heilung für eine Welt, die sich nach solchen Visionen sehnt. Jedes Jahr die Fotos von Menschen aus verschiedenen Kulturen, Religionen und jedem Winkel der Erde zu sehen, die gemeinsam in dieser globalen Tai Chi & Qigong Bewegung mitmachen ist eine tief greifende Erfahrung.

Wenn man sich die Fotos und Videos anschaut, sieht man diesen „Blick“ auf den Gesichtern der Menschen. Einen Blick, der das Gefühl des Wohlbefindens durch den Raum zum Atmen und das Ausbreiten des Qi/Lebensenergie in unserem Geist und Körper wiederspiegelt.

Wenn man diesen Blick in all diesen unterschiedlichen Gesichtern aus so vielen verschiedenen Ländern sieht, kann man nicht anders, als zu erkennen, dass wir tatsächlich „eine Welt … und … ein Atem (one world..one breath)“ sind. Wir sind alle durch das Feld der Lebensenergie verbunden, von dem die Physiker jetzt entdecken, dass es die gesamte Existenz umfasst.

Indem wir immer wieder in diese Lebensenergie eintauchen, werden wir mehr und mehr in der Realisierung geerdet, dass wir alle miteinander verbunden sind … alle Teil des Netzes des Lebens sind. Und indem wir diese Erkenntnis persönlich und global pflegen und wachsen lassen, können wir auf einfühlsame, stille Weise dazu beitragen, eine Zukunft einzuläuten, die uns alle auf eine Weise nährt, die wir uns noch nicht einmal vorstellen können.

Nochmals vielen Dank, dass ihr diese aussergewöhnliche Veranstaltung und Gesundheitsbewegung durch eure Organisation und Teilnahme jedes Jahr möglich macht.

Mit freundlichen Grüßen

Bill Douglas & Angela Wong Douglas,
Mitbegründer des World Tai Chi & Qigong Day“

 

One World… One Breath

Es ist immer wieder schön zu sehen, dass diese Welle jedes Jahr wieder um die Welt geht und die Menschen verbindet. One World… One Breath

Auch in Deutschland findet wieder viele Angebote statt, u.a. werden Sie von den Berufs- und Fach-Verbänden gefördert, etwa der Bundesvereinigung für Taijiquan und Qigong Deutschland e.V. (BVTQ).

Longevity & Mental Health 

Qigong & Tai Chi sind prädestiniert für ein gesundes, respektvolles und achtsames Leben.

Sie dienen als Präventionsform aber auch als Therapie, als Lebenseinstellung und -philosophie und als Ressource und Begegnung.

Wer es praktiziert, wird dies bestätigen können und vermutlich nicht mehr missen wollen. 

 

Flashmob in Deiner Nähe

Vermutlich wird dieses Jahr am Samstag, den 25. April 2026 um 10 Uhr auch in Deiner Nähe irgendwo ein gemeinsames (und kostenfreies) Üben im Freien stattfinden. Sei dabei!

Wenn Du in Lindenthal oder in der Nähe wohnst, bist Du herzlich eingeladen, am Decksteiner Weiher dabei zu sein und die „8 Brokate“ sowie die „Wolkenhände“ zu üben. Ich hoffe, wir haben schönes Wetter!

Treffpunkt:

https://maps.app.goo.gl/R8KQNZkwqdD3dyHC7   (50°54’47.4″N 6°53’27.1″E)

 

Hier findest Du übrigens einen

Video-Zusammenschnitt auf Youtube 

 

#WTCQD #worldtaichiqigongday #oneworldonebreath #qigong #köln #lindenthal #qihai #tcm #longevity #mentalhealth #mentalegesundheit #resilienz #körperwahrnehmung #körpertherapie #breathwork 

 

Schlaf-Störungen sind keine Ausnahme!

Kannst Du auch schlecht einschlafen oder nicht durchschlafen?
Hast Du auch das Gefühl beim Schlaf „zu kurz zu kommen“?
Oder morgens gerädert aufzustehen mit dem Gefühl, nicht erholt zu sein?
Damit bist Du – leider – nicht alleine.

Welttag des Schlafes

Der #Weltschlaftag wird seit 2008 jährlich am Freitag vor der (Frühlings-) Tagundnachtgleiche (Äqinoktium) im März begangen. Er fällt damit immer auf den Freitag vor dem offiziellen Frühlingsanfang. Meistens ist es der dritte Freitag im März.
Dieses Jahr ist es der 13. März, weil auf den darauf folgenden Freitag, 20. März, schon die Tag- und Nachtgleiche fällt.
Weltweit und online finden Veranstaltungen mit Diskussionen, Präsentationen von Lehrmaterialien und Ausstellungen statt.
Das Ziel ist es, der Bedeutung des Schlafes für die Gesundheit eine Platform zu geben und mehr Menschen damit zu erreichen und zu informieren.

Schlaf in der TCM & Yangsheng

Schlaf gehört von jeher in der TCM und in der daoistischen Lebensphilosophie, dem „Yangsheng“ (Lebenspflege), zu den drei wichtigsten Voraussetzungen für ein gutes und gesundes Leben:

  • gut essen
  • gut schlafen
  • angemessen bewegen

Schlaf-Störungen behandeln

Einschlaf- und Durchschlaf-Störungen lassen sich nach meiner Erfahrung gut und oft sogar recht kurzfristig durch Akupunktur wesentlich lindern.
Das zeigt sich dann sowohl in der Quantität als auch in der Qualität (Erholsamkeit) des Schlafes. Oft reichen schon 2-3 Behandlungen, um schon eine spürbare Verbesserung zu erreichen.
Der gesundheitliche Allgemeinzustand und die Lebensqualität lassen sich dadurch spürbar steigern.

Gut zu wissen:

-> Beim ersten TCM-/Akupunktur-Termin beginnt man grundsätzlich mit einer ausführlichen Anamnese, Puls- u. Zungendiangnose, um den Zustand des Patienten vollständig zu erfassen und eine individuelle Behandlungsstrategie zu ermöglichen. Wundere Dich also nicht, wenn man sich im ersten Termin ein bisschen Zeit nimmt, den Patienten in Gänze kennenzulernen. Schließlich sollte eine (erfolgreiche) Behandlung  im Idealfall nicht eine „Schema-F-Behandlung“ werden.
-> Die Akupunktur zeigt Wirkung ab (!) einer Behandlungsdauer von ca. 20 Min. Das merkt der Patient häufig auch, weil dann meistens eine spürbare Entspannung einsetzt. Ich lasse die Nadeln aber in der Regel 30 und bis zu 40 Min. „arbeiten“, um eine intensivere Wirkung zu erzielen. 

Akupunktur in Köln: Qihai.de

Guts Nächtle!

 

#weltschlaftag #worldsleepday #welttagdesschlafes #schlaf #gutschlafen #schlafstörung #einschlafstörung #durchschlafstörung #erschöpfung #zähneknirschen #cmd #longevity #akupunktur #tcm #köln

In der TCM ist das oberste Gebot, den Organismus in seiner Fähigkeit zur Selbstregulierung zu unterstützen.
Die „goldene“ (weil ausgewogene) Mitte ist das Ziel – und damit ist jedes Extrem, ob Völlerei oder beim Fasten, zu vermeiden.

Das Fasten gehört zum Yin – und ist damit Ausgleich zum Yang. 
Darin liegt die wichtigste therapeutische Wirkung des Fastens, nämlich das Ausleiten, z.B. auch bei Entzündungsprozessen jeglicher Art, Bluthochdruck, Migräne, Hautproblemen u.a.

Entlasten ohne zu schaden!

Mangel-Zustände sind gerade beim Fasten problematisch, wie z.B. Kälte, Schwäche (z.B. durch Krankheit), bei erhöhtem Bedarf in der Schwangerschaft und Stillzeit – und übermäßiger Aktivitäten.
Bei Mangel an nachgeburtlichen Energie-Ressourcen wird der Körper auf die vorgeburtliche und essenzielle Energie aus den Nieren (Jing) zurückgreifen. Dies schadet ganz substanziell der eigenen Gesundheit! Daraus erklärt die TCM  auch das „Hochgefühl“ das sich beim Fasten einstellen kann: Hier wird die essenzielle Energie verbrannt.  

Die TCM bevorzugt eine moderate Variante des Fastens, z.B. das Reisfasten. Hierbei wird der Körper mit dem notwendigsten versorgt, so dass er nicht an seine Substanz geht. Dennoch wird durch die Reduktion auf das Allernötigste der Körper in seiner Funktionsweise so entlastet, dass er Ausleitung und Regeneration anstoßen kann.
Als „westliche“ Version hierzu könnte man die Hafertage sehen, die im Prinzip genauso funktionieren, nur mit Hafer. Der lässt sich morgens süß mit Obst und mittags auch herzhaft mit Gemüse zubereiten.
Das heute häufig empfohlene „Scheinfasten“ geht in dieselbe Richtung. Hierzu gibt es inzwischen Studien und Anleitungen.
Letztlich soll eine Reduktion und Kaloriendefizit den Körper zur Autophagie anregen. Dies ist quasi das „Go!“ für Müllabfuhr, Recycling und Reparaturprozesse auf Zellebene im Körper. 

Reparatur braucht Entschleunigung!

Fallen Fasten und Yang (Aktivität) zeitlich zusammen, gerät der Körper in Stress.  Dies beschleunigt den körperlichen Alterungsprozess!

Richtig ist, in der Fasten-Zeit möglichst Anstrengung, Aktivität, Sport, Aufregung u. Stress zu vermeiden, sich zu entlasten, viel zu schlafen, sich Ruhe und Rückzug (am besten durch Urlaub) zu erlauben, um damit tatsächlich dem Körper die Gelegenheit zu geben, sich ins Yin zu vertiefen. Nur dann ist der Körper dazu in der Lage, die Yin-Phase zu nutzen für „Hausputz“, Entgiftung, Zell-Reparaturen, Verdauung (körperliche und geistige) und Regeneration.

Die christliche Fastenzeit beginnt am Aschermittwoch und geht bis Ostern, sie beginnt also am Ende des Winters und geht bis in den Frühling.
Nicht umsonst ist das die ideale Phase, um nach der Ruhe und Regeneration im Winter die Reparatur und Erneuerung des Körpers anzuregen und sich auf den Frühling vorzubereiten.
Bevor Du Dich also in den Frühling stürzt – nimm Dir nochmal eine kurze Auszeit: Eine Yin-Zeit!

Anleitung zum Reis-Fasten (5-8 Tage sind ausreichend!):

  • Auf Kaffee, Alkohol, tierische Nahrungsmittel und Süßigkeiten verzichten
  • Morgens und mittags: Reis mit Mung- oder Adzukibohnen, kleine Mengen Gemüse
  • Für Reissuppe (eine echte Heilnahrung!) den Reis mit mehr Wasser, ca. 2 Stunden kochen
  • Sparsam würzen! Wenig Salz und etwas kaltgepresstes Olivenöl oder Sesamöl
  • Abends gedämpftes Gemüse, Gemüsesuppe (ohne Reis)
  • Getränke: Wasser und Tee (z.B. Pfefferminz, Hibiskus, Brennnessel, Löwenzahn oder Maulbeerblättertee)

Die Mandarinen-Saison hat begonnen!

Für diejenigen unter Euch, die a) gerade gern Mandarinen essen, b) gern Tee trinken und c) Anzeichen von Verdauungsschwäche, Feuchtigkeit und Schleim zeigen… – so einfach kann man sich gerade seine Heilkräuter selbst herstellen: 
Bio-Mandarinen kaufen,
vor dem Verzehr waschen,
Schalen ausgebreitet gut trocknen lassen
und in einer Keks- oder großen Tee-Dose trocken und dunkel lagern.

Chen pi – die reife Mandarinenschale (Citrus reticulata pericarpium): 

In China werden sie als Gewürz oder Heilpflanze für Suppen und Eintöpfe, Desserts und vor allem auch Tees verwendet.

Eigenschaften:

  • Thermik: warm
  • Geschmack: scharf, bitter, aromatisch
  • Organbezug: Lunge, Leber, Milz & Magen
  • Sie reguliert das Qi, tonisiert die Milz, unterstützt die Verdauung und
    sie trocknet Feuchtigkeit und klärt übermäßigen Schleim

Kontraindikationen:

  • bei trockenem Husten und Qi– oder Yin – Mangel
  • krampfartigen Bauchschmerzen, Hitze oder Trockenheit.

*Getrocknete Schalen sind grundsätzlich stärker in der Wirkung als frische!

Meine Tipps:

Zunächst mal empfehle ich wegen der Verwendung der Schale am liebsten Bio-Mandarinen zu kaufen, damit man wirklich ungespritzte Früchte hat. 

Beim Verzehr die Schalen einfach auf einem Tablett auf die Heizung stellen – et voilà: Der Raum wird von dem natürlichen ätherischen Öl der Mandarine beduftet!
Wir haben also neben der Frucht und der Schale auch noch stimmungsaufhellende Aromatherapie  mit dabei – drei Fliegen mit einer Klappe! Besser gehts nicht!
Die (aroma-)therapeutische Wirkung des Mandarinenöls ist übrigens in Studien nachgewiesen, und es kommt inzwischen ja auch als Ätherisches Öl häufig zum Einsatz. 

Die Mandarinenschalen sind dann nach 1-2 Tagen so knackig trocken, dass man sie zerbrechen kann. Dann gehören sie in eine Keks- bzw. Vorratsdose, so sie dunkel und trocken lagern.

Anstelle von vorgefertigten Tee-Mischungen kann man sich so seinen eigenen individuellen Früchte- oder Kräuter-Tee je nach Lust und Laune (und Nase) immer wieder selbst frisch zusammenstellen.
Ich mixe gern je nach Bedürfnis und Nase z.B. die Mandarinenschalen mit grünem Tee, Minze, aber auch in Hibiskustee, Gojibeeren… Da kann man wunderbar seine eigene Phantasie und persönliche Vorlieben und Bedürfnisse austoben.

In einer Gewürzmühle kann man sie auch fein gemahlen als Gewürz verwenden, z.B. in Desserts, Quark/Milchspeisen, Smoothies, Gebäck usw.

Die Kombination aus erfrischender und süßer Frucht, aromatischem Tee und Gewürz und dem tollen stimmungsaufhellenden Duft, der uns über den Winter hilft – das ist meiner Meinung nach ganz viel Glück für wenig Aufwand! 

 

 

 

 

 

 

Wieviel Aufmerksamkeit schenkst Du eigentlich Deiner Atmung? 

Man könnte meinen: Was für ein Glück, dass das Atmen zu den unwillkürlichen Bewegungen des Körpers gehört! Das ist gelinde gesagt ganz praktisch. Trotzdem lohnt es sich, ab und zu ein wenig Aufmerksamkeit darauf zu verschwenden. Denn „Achtsamkeit“ fängt schon bei sich selber an. Und die Qualität der Atmung lässt sich durchaus beeinflussen.  Wer QiGong praktiziert, wird das bestätigen können.

Kurzes Video: Wie kann ich den Schleim lösen bei Husten oder Bronchitis …

Die Lunge ist das Meister-Organ des Qi!

  • Die Lunge verbindet das „himmlische“ Atem-Qi mit dem Nahrungs-Qi und ist so wesentlich am Erhalt bzw. an der Erneuerung der Lebenskraft beteiligt. Besonders gut lässt sich das beim QiGong erfahren und intensivieren.
  • Die Lunge kontrolliert das Öffnen und Schließen der Poren (Schwitzen) und befeuchtet die Haut (als Schutz).
  • Sie ist auch verantwortlich für unsere Immunabwehr (das „Wei Qi“ zirkuliert an der Oberfläche als Schutz gegen äußere pathogene Faktoren). Denn zum Funktionskreis der Lunge gehören nach außen hin und sichtbar die Haut und innerlich die Schleimhäute, der Atemwege – und des Dickdarms (als zugehörigem Yang-Organ). Damit verbindet dieser Funktionskreis vollumfänglich und ganzheitlich das „außen“ mit dem „innen“.  Die Haut (außen) sowie Atemwege, Lunge und Darm (innen) sind unsere körperlichen Grenzen und Wächter zur Außenwelt und die vorderste Front in unserem Immunsystem! Die Rolle einer gesunden Hautbarriere, der gesamten Atemwege sowie des Darms für die Immunkompetenz ist unumstritten.

  • Auf der anderen Seite sind sie aber auch das Einfallstor für jeglichen äußerlichen „Angriff“ von Erregern und anderen pathogenen Einflüssen – und damit auch die „Schauplätze“ auf denen sich deren Symptome äußern… Dies erklärt u.a. den direkten Zusammenhang von Haut, Lunge und Darm, auch bei allergischen und anderen autoimmunen Reaktionen des Körpers.
  • Daneben sind Lunge und Darm für den Austausch mit der Außenwelt zuständig: Gutes wird aufgenommen, schlechtes bzw. unbrauchbares ausgeschieden.

Die Lunge ist zudem beteiligt am vegetativen Nervensystem, also alles, was automatisch funktioniert, wie die Atmung, der Herzschlag (Rhythmus)… So erklären sich die Chinesen beispielsweise Hautausschläge durch Aufregung. Wird die Lungen-Seele beleidigt, dann kommt es zu Atemnot, Herzrhythmusstörungen oder Hautproblemen. 

Die Lunge beherbergt die „Körperseele“. 

Die Lunge steht im Wesen für Entschlossenheit und einer positiven, beherzten und unerschrockenen Lebenseinstellung. Ist aber eine Person deprimiert, verunsichert oder vermeidet sie Konflikte, kann dies mit einer Schwäche der Körperseele und der Lunge zusammenhängen. Dies äußert sich z.B. in  Niedergeschlagenheit, Teilnahmslosigkeit, häufigem Seufzen… 

Zu den Emotionen der Lunge gehören Trauer, Verzweiflung und Melancholie.
Ein Übermaß dieser Emotionen schädigt sie auf Dauer – und zeigt gleichzeitig ihre Schwäche. Häufig nutze ich ein Bild als „Merkhilfe“ dazu: Man könnte sagen, dass Trauer gewissermaßen wie eine „emotionale Bronchitis“ ist.

Symptome eines Lungen-Qi-Mangels sind u.a.:

  • eine nicht aufrechte Körperhaltung
  • eine schwache Stimme
  • Kurzatmigkeit und flache Atmung
  • Schweißausbrüche
  • fahle, trockene und dünne Haut, ggf. auch Ausschläge
  • und allgemein Infektanfälligkeit

Was die Lunge stärkt:

  • -Lunge belüften! Tiefes Atmen bis in den Unterbauch (mit gesamter Atemhilfsmuskulatur, einschl. Zwerchfell).
    Nur bei Belüftung der Lunge bis in die letzten Lungenbläschen wird die Lunge gereinigt (auch von Erregern) und vom Körper ausreichend versorgt. Nur so ist ein vollständiger Luftaustausch und eine effektive Immunabwehr möglich.
    QiGong verbindet tiefe Atmung mit gezielten Bewegungen, die sowohl körperlich wie geistig hilfreich entspannen, regenerieren und stärken. 
  • Es versteht sich wohl von selbst, dass  frische Luft  zu körperlicher und geistiger Gesundheit und einer gesunden Atmung gehört. 
    Regelmäßiges Spazierengehen und Saunagänge trainieren den Körper und die Abwehr. 

Kurzes Video: Akupressur für freies Atmen …

Vom Saunieren lässt sich übrigens eine weitere Hilfe ableiten: Eukalyptus-Öl (am besten in Bioqualität) lässt sich nicht nur in der Sauna sondern auch zuhause nutzen zum Inhalieren oder in Duftlämpchen bzw. Diffusor. Aber auch für unterwegs kann man ein paar Tropfen auf einem Taschentuch zum Inhalieren nehmen oder bei Erkältungen 2-3 Tropfen auf das T-Shirt geben für einen befreiten Schlaf.
Wer sie verträgt, kann auch Eukalyptusöl in Kapseln einnehmen und Verschleimung aufzulösen und auszuleiten. 

  • Pflege Deine Haut, z.B. durch trockenes Bürsten. Dies fördert ihre Durchblutung und Erneuerung  und stärkt das Immunsystem. Verwöhne gleichzeitig Haut und Seele mit hochwertiger Hautpflege. Hände, Lippen und Nasenschleimhaut benötigen zudem zusätzliche Feuchtigkeit als Schutz. Im Herbst und Winter gehört Eincremen unbedingt zu einer achtsamen Körperpflege  und „streichelt“ ganz nebenbei die Seele. 
  • Aber lasse auch im Winter ausreichend Luft an ihren Körper und deine Haut atmen! Packe Dich draußen nur zu 80% warm ein und ermögliche Deinem Körper, die Jahreszeit und die Natur wahrzunehmen. Trotzdem sollte man sich natürlich vor Wind und Feuchtigkeit schützen. Dabei insbesondere die Nieren (den unteren Rücken) und die Füße (den Ursprung des Nieren-Meridians) vor Kälte schützen.

Ernährung:

Zum Herbst gehören scharfe Lebensmittel, die befreien, Nase und Poren öffnen und desinfizieren (wie zB. Ingwer, Rettich u.a.).
Aber auch warme Getränke wie Punsch und Tee gehören zum Herbst und Winter und zu einer abwehrstärkenden Ernährung.
Auf Rohkost sollte man im Herbst und Winter weitestgehend verzichten.  Obst und Gemüse lieber gekocht oder gebacken oder als Suppe genießen. 
Zu einer regionalen und saisionalen Ernährung gehören im Herbst natürlich unbedingt Nüsse, herbstliche Gemüse wie Kohl und Kürbis und wärmende (Weihnachts-)Gewürze. 
Aber Achtung: „Heiße“ bzw. Hitze fördernde Gewürze wie z.B.  Zimt und Ingwer sind bei Hitze-Pathologien (z.B. bei Magen- oder Herz-Feuer) mit Vorsicht zu genießen! 

Ganzheitlich denken: 

Obwohl Nahrungsergänzungsmittel teilweise sinnvoll sind, ist der derzeitige Boom in diesem Bereich dennoch meiner Meinung nach eine einseitige Herangehensweise. Denn das „boosten“ des Immunsystems (mit bewährten Heilplfanzen wie  u.a. Cistus incanus, Kapland-Heilpelargonie und Echinacea, mit Propolis oder Heilpilzen wie Cordyceps) ist zwar hilfreich aber noch lange nicht ganzheitlich

Wer auf das „Große Ganze“ seines Körpers achtet – und tatsächlich achtsam mit ihm umgeht – der sorgt für sehr viel mehr als nur für sein Immunsystem:

  • für Entspannung, auch geistige, und für ein ruhiges Shen,
  • für eine hochwertige und wärmende Ernährung, die die eigenen (!) Bedürfnisse und den individuellen aktuellen Zustand berücksichtigt
  • für Sport,  vorzugsweise draußen
  • für viel frische Luft, in den eigenen Räumen, aber auch durch Spazierengehen und durch eine tiefe und entspannte Atmung und regelmäßiges QiGong
  • für ausreichenden und guten Schlaf …

Mit anderen Worten: Der Fokus sollte sich nicht auf Krankheit richten, sondern auf Gesundheit und nicht auf einzelne Körperteile, sondern auf den GANZEN Körper! Wer gerade ausschließlich sein Immunsystem im Blick hat, betreibt zwangsläufig „Flickschusterei“. Und das hat mit (Selbst-)Respekt und „Achtsamkeit“ (schon allein durch die eng gefasste Perspektive) herzlich wenig zu tun.  – In diesem Sinne: Bleiben Sie GANZ gesund! 

Am 6. Oktober 2025  ist Mondfest oder „Mittherbst“-Fest. Es ist in China der zweitgrößte Feiertag nach dem chinesischen Neujahr.

Das Mondfest wird am 15. Tag des achten Monats im traditionellen chinesischen Mondkalender gefeiert. Früher opferten die Kaiser im Frühling der Sonne und im Herbst dem Mond. Was vor 3000 Jahren als religiöses Ritual begann, um für eine reiche Ernte zu beten, ist jetzt nach dem chinesischen Neujahr die zweitwichtigste Familienfeier in China.

Jedes Jahr kommen die Menschen aus aller Welt nach Hause, um ihre Familie zu treffen und mit ihnen zu Abend essen. Meistens ist die Familienfeier mit einem Ausflug verbunden. Und abends wird gemeinsam der Vollmond betrachtet. Daneben gibt es in vielen Regionen öffentliche Feierlichkeiten mit Laternenschmuck und Drachentänzen.

Das Mondfest ist der zweitgrößte Feiertag nach dem Neujahr - Gebäck

Ein beliebtes Mitbringsel ist der zu diesem Anlass gebackene Mondkuchen. Dessen Füllung besteht (regional unterschiedlich) aus Lotussamen-Paste, süßer Bohnen-Paste, Nüssen, einem Eigelb oder Jujuben-Paste. Aber es gibt aber auch salzige Varianten z.B. mit Schweinefleisch, Schinken oder Meeresfrüchten.

Der Vollmond symbolisiert in der chinesischen Kultur den Frieden und Wohlstand der Familie, seine runde Form steht für „Ganzheit“ und Zusammengehörigkeit.

Ein solches Fest verbindet viele Aspekte, die wir auch bei uns wieder mehr in den Fokus stellen können. Denn ein ganz ähnlicher Anlass ist bei uns das Erntedankfest, das wir am ersten Sonntag im Oktober feiern. Dieses Jahr also am 5. Oktober. Und es ist kein exklusives Privileg des Daoismus oder Yangsheng-Gedanken, dass wir Dankbarkeit und Achtsamkeit üben sollten, wenn wir Zufriedenheit und Glück finden wollen. Auch die Wertschätzung von Familie und sozialem Umfeld macht eine gesunde Lebenseinstellung aus. Und den Herbst für das Ernten, Sammeln und Innehalten zu nutzen ist wohl unabhängig von Habitat, Kultur oder Religion eine Gemeinsamkeit, die uns mit der Natur verbindet. Wir leben schließlich auf der ganzen Welt in derselben Natur.

Die wenigsten von uns sind durchgehend entspannt, elastisch und beweglich, körperlich wie geistig.
Aber wenn man das sein will, kommt man eigentlich nicht daran vorbei, die Anspannung aus den Muskeln wieder loszuwerden, die zwangsläufig im Alltag, durch Stress und geistige Anspannung immer wieder entsteht. Das kann man zum einen natürlich mit regelmäßigen Massagen erreichen – und das ist auch völlig legitim! Nachhaltig und alltagstauglich ist es aber, täglich ein paar Minuten für die Entspannung zu investieren und sie zu dehnen. Wenn man sich (im wahrsten Sinne) drei Minuten Zeit nimmt, ist das ziemlich effektiv.

Erst die Arbeit – dann das Chillen

Erstmal vorweg: Das Dehnen gehört ans Ende eines Workouts – und im Tagesablauf ans Ende des Tages zur Entspannung.

Warum? Weil es keinen Sinn macht, wenn ich dem Muskel erst beibringe, loszulassen, um ihn danach beim Workout wieder in die Anspannung zu zwingen. Nach dem Workout aber macht es Sinn, da hat der Muskel ja gearbeitet, danach ist Entspannung angesagt – also Dehnung.


Vor dem Workout ist übrigens Mobility-Training angesagt!
Da sollte man die Gelenke alle durchbewegen und öffnen, damit man im Workout nicht gegen seine eigene Unbeweglichkeit ankämpfen muss. Also geht man mit Mobilisations-Übungen quasi wie mit einem Ölkännchen durch alle Gelenke und verhindert so das „quietschen“ in der Bewegung. So jedenfalls wird meistens in den asiatischen Kampfsportarten trainiert.

Der Trend „assisted streching“ greift einen Aspekt auf, der beim Dehnen wichtig ist: Passivität!

Dehnung ist ja die Verlängerung vom Muskel, also das Gegenteil von Anspannung. Ein angespannter Bizeps ist kurz und dick, ein entspannter Bizeps ist lang und dünn. Von der Logik her sollte also Dehnung etwas Passives sein, nicht aktiv wie die Anspannung. Deshalb bitte kein aktives Gezerre am Muskel, sondern dehnen ohne zu ziehen, am besten durch Schwerkraft, also dem eigenen Körpergewicht. Und immer nur ca. 80 % von dem, was geht, wenn ich ziehen würde. Und dann warten!

Gib Deinen Muskeln ganze 3 Minuten!

Und damit sind wir neben dem Passiven schon beim zweiten Tipp: Zeit!

Gib dem Muskel 3 volle Minuten Zeit. In den ersten 30 bis 60 Sek. passiert nämlich so gut wie nichts! Erst nach ca. 2 1/2 Minuten, ganz zum Ende, da merkst Du deutlich, dass der Muskel endlich versteht, was Du von ihm willst, und nachgibt. Und erst dann verlängert er sich, das wirst Du spüren! Deshalb: Grundsätzlich immer 3 Minuten halten und warten – das Warten lohnt sich! Du bekommst gefühlt 1-2 cm geschenkt!

Fokussiere auf Deine Atmung

Und noch ein Tipp: Stoppe beim ersten Mal die 3 Minuten mit einer Uhr und zähle dabei Deine Atemzüge, wie oft Du in der Zeit ein- und ausatmest, das werden vermutlich so ca. 24-30 Atemzüge sein. Beim nächsten Mal brauchst Du dann keine Uhr mehr, sondern zählst nur noch Deine Atemzüge. Das hat zusätzlich den Vorteil, dass Du auf Deine (tiefe und gleichmäßige) Atmung fokussiert bist, was per se schon zur Entspannung beiträgt.

In Balance zu sein heißt: Seitenvergleich und Ausgleich

Das ist ohnehin eine der großen Maximen der TCM und auch der Bewegungskünste: Ausgleich, Gleichgewicht.

Beim Dehnen kommt es auf Körperwahrnehmung an: Du vergleichst die Seiten und gleichst aus. Und das ist der 3. Tipp: Fange immer mit der guten Seite an, also da wo Du weiter kommst, denn wenn Du danach die böse Seite dehnst, hast Du ein Ziel, da willst Du mit der anderen Seite auch hin, denn das Ziel ist ja Deine Symmetrie.
Also: erst die gute Seite, dann in den Unterschied reinfühlen und vergleichen, dann schlechte Seite – und der kannst Du am Ende, wenn Du noch nicht so weit kommst, vielleicht noch ein paar Atemzüge länger Zeit geben. Und am Ende wieder reinfühlen in den Unterschied.Den vom Seitenvergleich und den von vorher-nachher, denn ich bin mir sehr sicher, Du wirst erstaunt sein, wie anders sich der Muskel nach 3 Min. Dehnung anfühlt. Und es wird mit jedem Mal dann auch ein bisschen besser!

Mit dieser Vorgehensweise kannst Du jede Dehnungsübung effektiver machen, die Du kennst:
1. Passiv dehnen, 2. drei Minunten warten, 3. reinfühlen und Seitenvergleich.
So intensivierst Du auch Deine eigene Körperwahrnehmung.
Man könnte also sagen, es ist eine kleine Achtsamkeitsübung für den Abend. – Und: Du brauchst dafür kein 1-1-Coaching (also keinen „Assistenten“), denn Du fühlst selbst am besten, wie weit Du passiv und mit der Schwerkraft gehen kannst – und wann der Muskel wirklich nachgibt.

Kurzes Video: Dehnung & Muskelentspannung …

Natürlich kannst Du zusätzlich zu Deinem täglichen 10 Min. Stretching auch öfter mal zur Massage gehen, das ist auch passiv – und definitiv auch völlig legitime Selbstfürsorge! 🙂 
Die Tuina-Massage ist nicht umsonst ein selbstverständlicher Teil der Prävention in der TCM, nicht nur Therapie-Methode. 

Wie die TCM zum Thema Sport steht, kannst Du übrigens hier lesen. 

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Kräutertherapie, Dekokte und Granulate

Die chinesische Kräutertherapie ist sicherlich die umfangreichste Therapieform der TCM, mit einer großen Fülle von Rezepten für Dekokte und Granulate. Für deren Einsatz braucht es eigentlich eine ganz eigene Ausbildung und zudem eine verlässliche und hochwertige Bezugsquelle.
Daneben halte ich es persönlich für durchaus legitim, bei der Phytotherapie auch europäische Kräuter oder auch die Ayurveda (das indische Pendant zur TCM) in analoger Form mit einzubeziehen. Insbesondere weil es therapeutisch Sinn macht, mühelos umsetzbar ist und Erfolg verspricht. Die ursprünglich aus der südamerikanischen Phytotherapie stammende Passionsblume (Passiflora incarnata)  setze ich schon seit einiger Zeit sehr häufig und erfolgreich als Unterstützung ein, wenn es um Unruhe und/oder Durchschlafstörungen, auch in Verbindung mit hohem Puls/Herzrasen und Palpitationen geht. 

Passiflora incarnata

Die Passiflora incarnata ist eine immergrüne, ausdauernde Kletterpflanze, die sich mit ihren spiraligen Trieben festhält und leicht 6-8 m Länge erreichen kann. Ihre Blätter sind dreifingrig eingekerbt, die Blüten in grün, gelb, blau und Purpur-Tönen sehen aus wie wunderbare lebenden Mandalas. Sie stammt ursprünglich aus Brasilien (ist aber heute deutlich verbreiteter und wird in großem Maße angebaut) und wurde schon von indigenen Urvölkern verwendet. 

Die Blätter der Passiflora incarnata  werden in der Phytotherapie gegen nervöse Unruhe, Anspannung, Reizbarkeit oder Angstzustände, Durchschlafstörungen, Herzrasen und Palpitationen und nervöse Magen-, Darmbeschwerden und depressiven Verstimmungen eingesetzt.

Man kann sie als Tee trinken (frisch oder getrocknet, auch in Bio-Qualität). Es gibt sie aber auch in Tabletten-Form, oft in Kombinationen z.B. mit Hopfen, Melisse oder Baldrian. Es gibt Passiflora aber auch als Monopräparat (was ich persönlich sinnvoller finde)  oder Tinktur, und sogar auch als Spray). Letztere Variante hat den Vorteil, dass sie über die Mundschleimhaut und damit schneller aufgenommen werden kann. Der Vorteil: Man kann die Passiflora in Tabletten-Form eine Zeitlang (empfehlenswert sind 6 bis maximal 12 Wochen) durchgehend z.B. abends als Durchschlaf-Hilfe nehmen, aber das Spray auch sehr gut tagsüber als Bedarfsmedikation, wenn man in Unruhe gerät und akut schnellere Hilfe braucht. Beiden Möglichkeiten nutzen zu können, finde ich sehr hilfreich und lebensnah.

Beruhigung ohne Dämpfung

Was ich besonders an der Passiflora schätze ich die Tatsache, dass sie zwar beruhigend, aber nicht dämpfend oder einschläfernd wirkt. Daher ist sie auch tagsüber gut einzusetzen, wenn wir zwar ruhig und gelöst, aber doch konzentriert und wach sein wollen, ohne Müdigkeit oder Überhang.
In der Nacht trägt sie dazu bei, dass man auch eher durchschlafen kann, weil man in den leichten Schlafphasen nicht sofort durch die grundlegende Unruhe aus dem Schlaf gerissen wird. Es ist also – im Gegensatz zu Hopfen oder Melatonin – kein Einschlaf – sondern ein Durchschlaf-Mittel. 

Der „Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzen“ an der Universität Würzburg wählte Passiflora incarnata wegen ihres Wirkungsprofils und der langen Nutzungsgeschichte zur Arzneipflanze des Jahres 2011.

Die Deutsche Apotheker-Zeitung hat der Passiflora vor ca. 10 Jahren ein recht ausführliches und lesenswertes Pflanzenportrait gewidmet  (DAZ 2013, Nr. 50, S. 86, 12.12.2013), indem die Nutzungsgeschichte, Indikationen und Dosierung sowie die Wirkung kompakt dargestellt werden.

Wirkung auf Herz & Leber

In der TCM wird die Wirkung der Passiflora als neutral bis kühl beschrieben und der Organbezug hauptsächlich zu Herz und Leber gesehen.
Sie wirkt inneren Wind besänftigend, z. B. bei Krämpfen, Zittern, nervöser Unruhe und sie beruhigt Herz und Shen (Geist, der im Herzen wohnt).  So hilft sie auch bei Herzrasen, hohem Puls, Palpitationen, Unruhe, Nervosität, Anspannung, Überreizung, (Durch-)Schlafstörungen, Angst, psychosomatischen Störungen und Depression. 

In Bezug auf die Leber wirkt Passiflora Yang-absenkend, mildert daher Druck, Stress, Reizbarkeit und Wut, aber auch Resignation und fördert damit auch die „geistige Entgiftung“. 

 

„An Zorn festhalten ist wie Gift trinken
und erwarten, dass der andere dadurch stirbt.“ – Buddha

 

Passiflora hilft, das randalierende Leber-Yang zu besänftigen. Sie ermöglicht so auch Erneuerung und neues Wachstum – mit einem ruhigen Herzen …

In der Ruhe liegt die Kraft!

Gerade wenn es darum geht, einen dauerhaft angespannten und damit belastenden Zustand aufzulösen, nervöse Unruhe und Angstzustände zur Ruhe zu bringen, Schlaf und Erholung zu ermöglichen und damit auch einer fortschreitenden Erschöpfung entgegenzuwirken, ist die Passiflora meiner Meinung nach eine große Unterstützung.