Fasten nach TCM

In der TCM ist das oberste Gebot, den Organismus in seiner Fähigkeit zur Selbstregulierung zu unterstützen.
Die „goldene“ (weil ausgewogene) Mitte ist das Ziel – und damit ist jedes Extrem, ob Völlerei oder beim Fasten, zu vermeiden.

Das Fasten gehört zum Yin – und ist damit Ausgleich zum Yang. 
Darin liegt die wichtigste therapeutische Wirkung des Fastens, nämlich das Ausleiten, z.B. auch bei Entzündungsprozessen jeglicher Art, Bluthochdruck, Migräne, Hautproblemen u.a.

Entlasten ohne zu schaden!

Mangel-Zustände sind gerade beim Fasten problematisch, wie z.B. Kälte, Schwäche (z.B. durch Krankheit), bei erhöhtem Bedarf in der Schwangerschaft und Stillzeit – und übermäßiger Aktivitäten.
Bei Mangel an nachgeburtlichen Energie-Ressourcen wird der Körper auf die vorgeburtliche und essenzielle Energie aus den Nieren (Jing) zurückgreifen. Dies schadet ganz substanziell der eigenen Gesundheit! Daraus erklärt die TCM  auch das „Hochgefühl“ das sich beim Fasten einstellen kann: Hier wird die essenzielle Energie verbrannt.  

Die TCM bevorzugt eine moderate Variante des Fastens, z.B. das Reisfasten. Hierbei wird der Körper mit dem notwendigsten versorgt, so dass er nicht an seine Substanz geht. Dennoch wird durch die Reduktion auf das Allernötigste der Körper in seiner Funktionsweise so entlastet, dass er Ausleitung und Regeneration anstoßen kann.
Als „westliche“ Version hierzu könnte man die Hafertage sehen, die im Prinzip genauso funktionieren, nur mit Hafer. Der lässt sich morgens süß mit Obst und mittags auch herzhaft mit Gemüse zubereiten.
Das heute häufig empfohlene „Scheinfasten“ geht in dieselbe Richtung. Hierzu gibt es inzwischen Studien und Anleitungen.
Letztlich soll eine Reduktion und Kaloriendefizit den Körper zur Autophagie anregen. Dies ist quasi das „Go!“ für Müllabfuhr, Recycling und Reparaturprozesse auf Zellebene im Körper. 

Reparatur braucht Entschleunigung!

Fallen Fasten und Yang (Aktivität) zeitlich zusammen, gerät der Körper in Stress.  Dies beschleunigt den körperlichen Alterungsprozess!

Richtig ist, in der Fasten-Zeit möglichst Anstrengung, Aktivität, Sport, Aufregung u. Stress zu vermeiden, sich zu entlasten, viel zu schlafen, sich Ruhe und Rückzug (am besten durch Urlaub) zu erlauben, um damit tatsächlich dem Körper die Gelegenheit zu geben, sich ins Yin zu vertiefen. Nur dann ist der Körper dazu in der Lage, die Yin-Phase zu nutzen für „Hausputz“, Entgiftung, Zell-Reparaturen, Verdauung (körperliche und geistige) und Regeneration.

Die christliche Fastenzeit beginnt am Aschermittwoch und geht bis Ostern, sie beginnt also am Ende des Winters und geht bis in den Frühling.
Nicht umsonst ist das die ideale Phase, um nach der Ruhe und Regeneration im Winter die Reparatur und Erneuerung des Körpers anzuregen und sich auf den Frühling vorzubereiten.
Bevor Du Dich also in den Frühling stürzt – nimm Dir nochmal eine kurze Auszeit: Eine Yin-Zeit!

Anleitung zum Reis-Fasten (5-8 Tage sind ausreichend!):

  • Auf Kaffee, Alkohol, tierische Nahrungsmittel und Süßigkeiten verzichten
  • Morgens und mittags: Reis mit Mung- oder Adzukibohnen, kleine Mengen Gemüse
  • Für Reissuppe (eine echte Heilnahrung!) den Reis mit mehr Wasser, ca. 2 Stunden kochen
  • Sparsam würzen! Wenig Salz und etwas kaltgepresstes Olivenöl oder Sesamöl
  • Abends gedämpftes Gemüse, Gemüsesuppe (ohne Reis)
  • Getränke: Wasser und Tee (z.B. Pfefferminz, Hibiskus, Brennnessel, Löwenzahn oder Maulbeerblättertee)