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Orangenblütenwasser entsteht bei der Destillation von Orangen- bzw. Pomeranzenblüten zu Neroliöl  als Nebenprodukt und wird nicht nur äußerlich in der Kosmetik verwendet, sondern auch z.B. in Marokko und Spanien zum Süßen von Gebäck und Desserts.  Orangenblütenwasser schmeckt ganz zart blumig und gibt eine besondere feine und süße Note. Das zum Verzehr geeignete Orangenblütenwasser findet sich im Handel meistens bei den Zutaten für Gebäck und Süßspeisen – es lässt sich aber zudem wunderbar auch zum aromatisieren von Getränken wie Zitronenlimonade, Sekt und Cocktails, Tee und Infusionen verwenden. Ich würde beim Einkauf darauf achten, dass es sich dabei um Bio-Qualität handelt. Probieren Sie mal einen Schuss Orangenblütenwasser im Pfannkuchenteig, in Muffins (die erinnern dann an die spanischen Magdalenas!), in Quarkspeisen (und da gern in Kombination mit geriebenen Orangenschalen und Minze), zum Verfeinern von Panna Cotta oder auch als besonders feines Gewürz in Marmeladen. Orangenblütenwasser hat ähnlich wie das Neroliöl eine stimmungsaufhellende, beruhigende und entspannende Wirkung auf die Psyche und hilft daher erwiesenermaßen bei Schlafstörungen, Unruhe  (vor Prüfungen, Operationen und Vorstellungsgesprächen) und  allgemein bei Erschöpfung und Stress! Diese ausgleichende Wirkung hat Orangenblütenwasser aber auch auf die Haut: Es beruhigt geörtete und gereizte Haut, verfeinert die Poren, spendet Feuchtigkeit und erfrischt, insbesondere auch bei Hitze und auch nach dem Sonnenbad. Probieren Sie es auch mal als Badezusatz, als Zusatz zu Ihrer üblichen Bodylotion oder mit einem entspannenden Massageöl. Was ich gerade bei den jetzigen sommerlichen Temperaturen toll finde: Orangenblütenwasser  in eine Sprühflasche füllen und zuhause aus dem Kühlschrank verwenden zur Erfrischung für Handgelenke, Füße und Dekollete – oder einen Sprühstoß ins Getränk.  Oder als „Erfrischung to go“ in der Handtasche für unterwegs… By the way: Das gleiche gilt übrigens – mit etwas anderer Wirkung – auch für Rosenwasser.
Auch immer wieder schön im Sommer: Cold brew in den unterschiedlichsten Variationen…

Natürlich ist Sport grundsätzlich gesund und wichtig – und in der heutigen Zeit kommt er in vielen Fällen tatsächlich zu kurz. Schaut man mit den Augen der TCM, so gibt es allerdings auch „Kontras“, die insbesondere mit den Extremen zu tun haben – die in den Augen der TCM ohnehin eher schädlich sind – und mit dem Gespür für den eigenen Zustand.

Aber zunächst die „Pros“:
Sport bringt nicht nur auf körperlicher Ebene die naheliegenden Effekte wie Herz-Kreislauf-Fitness, Beweglichkeit, Muskelkraft und einen gesunden Stoffwechsel. 

Bewegung bringt auch stagniertes Leber-Qi wieder in „Flow“ – und damit wird schon klar, wer am meisten davon profitiert bzw. wer die Bewegung am meisten braucht:
Wer die Diagnose „Leber-Qi-Stagnation“ schon mal gehört oder sogar erhalten hat, der kennt auch den psychosomatischen Zusammenhang: Die Leber ist laut der TCM u.a. „zuständig“ für Kreativität, Entfaltung, Wachstum und Ehrgeiz. Womit messerscharf zu schließen ist auf die Persönlichkeiten, die dafür ganz besonders anfällig sind: Künstler und alle kreativen Menschen, Sportler, Karrieremenschen… und Kinder.

Aber was bei Kindern in der Pädagogik schon ewig ein „alter Hut“ ist, nämlich dass man Kinder in Ihrer Kreativität, Entfaltung, Neugier, Bewegungsdrang und (gesundem) sportlichen Ehrgeiz nicht unterdrücken darf (weil man sonst in kurzer Zeit ein kleines „Rumpelstilzchen“ heranzieht), sollte eigentlich selbstverständlich auch für uns Erwachsene gelten! Denn Erwachsene haben zwar gelernt, ihre Emotionen, insbesondere Frust, Unterdrückung und Wut zu kontrollieren – aber auf Dauer und unkompensiert ist dies genauso wie bei Kindern auch für Erwachsene eine zutiefst gesundheitsschädliche Lebensführung!
Das stagnierende Leber-Qi zeigt sich psychisch in nachlassender Kreativität, Launenhaftigkeit, Frustration, Wut/Zorn, Depression, geistiger Anspannung und Unterdrückung, aber auch körperlich in zum Teil massiven Verspannungen, insbesondere im Nackenbereich, oft verbunden mit Zähneknirschen oder -pressen, Kopfschmerzen bis hin zu Migräne, alles Symptome, die vielen Menschen heute nur allzu bekannt sind.

Der Funktionskreis der Leber herrscht über Bänder und Sehnen, die bei dauerhafter Anspannung oft verkürzt u./o. verhärtet sind und die Beweglichkeit einschränken – daher macht es gerade dann Sinn, bei der Bewegung insbesondere auch auf Dehnungsübungen zu achten! Denn Dehnung (Yin) ist das Gegenteil von Anspannung (Yang). Wer also nachhaltig und präventiv Anspannung abbauen und vermeiden möchte, der sollte seiner angespannten Muskulatur die Möglichkeit geben, sich lang zu machen und zu entspannen. Leider kommt die Dehnung im Sport erfahrungsgemäß immer im wahrsten Sinne des Wortes zu kurz. Dabei ist es nur eine Frage der effektiven Übung. Dazu am Ende noch eine kleine Anleitung*.

Therapie der Wahl bzw. naheliegende Kompensation und Prävention:
– Kreativität ausleben und positiv kanalisieren (z.B. auch durch künstlerische Hobbies wie Musik, Kunst, Tanz u.ä.),
– Ehrgeiz in positive und produktive Bahnen lenken, so dass auch Erfolgserlebnisse und Motivation möglich sind,
– Qi durch Bewegung/Sport zum Fließen bringen und dadurch „Druck abbauen“ – wer kennt das nicht? Wer ständig seine (negativen) Emotionen unterdrückt, der muss diesem Stau auch ein Ventil geben. Und den allermeisten ist das befreiende und entlastende Gefühl, beim oder nach dem Sport wieder „im Flow“ zu sein, durchaus bekannt. 

Der sportliche „Flow“ bringt ja ganz körperlich nicht nur das Qi sondern auch das Blut wieder in Fluß, die gesteigerte Durchblutung von Organen und Gehirn fördert die physiologische Funktionsfähigkeit aller Organe und auch des Gehirns, das nach Bewegung bekanntlich auch deutlich besser funktioniert und auch Kreativität, Lösungsorientierung und Konzentrationsvermögen steigen spürbar. Daneben steigert Bewegung nicht nur die körperliche, sondern auch die geistige Beweglichkeit, Flexibilität, Belastbarkeit und nicht zuletzt auch die Abwehrkräfte.

In Pandemie-Zeiten fiel lange Zeit dieser wichtige Ausgleich durch den Sport oft weg – das hat natürlich nicht nur körperliche Folgen (Gewicht, Fitness…) sondern bekanntermaßen auch psychische… Die Folgen davon zeigen sich gerade überdeutlich.

Überschüssiges Yang loswerden:
Bewegung und Sport ist die wichtigste Form, überschüssiges Yang (Energie) zu verbrennen – schon allein deshalb ist es gerade für Kinder und Jugendliche (die naturgemäß noch besonders viel davon „übrig“ haben) so wichtig, sich sportlich zu verausgaben – aber eben nicht nur für sie!

Dass dies an der frischen Luft und möglichst „unreglementiert“ noch einmal effektiver und vor allem schöner ist, versteht sich wohl von selbst. Denn auch im Sport und in der Bewegung möchte man schließlich seine Kreativität und seinen Ehrgeiz austoben dürfen, ohne dauernd bevormundet zu werden…
Fehlt diese Möglichkeit, sein Yang auszutoben, äußert sich das überschüssige Yang oft in Unruhe, Hyperaktivität, Schlafstörungen, ungeduldigem, impulsivem und aggressivem Verhalten.

Starke Muskeln – starke Milz!
Der Zusammenhang zwischen Muskeln und Stoffwechsel ist sowohl in der Schulmedizin als auch im Sport nichts Neues, aber auch in der TCM findet sich die Verbindung: Der Funktionskreis der Milz ist zuständig für die Muskeln, seine Kraft zeigt sich auch in der Muskelkraft des Körpers. Regelmäßige und ausdauernde Bewegung ist daher sinnvoll, um diesen Funktionskreis zu stärken. Und eine starke Milz ist in der Lage, den Umwandlungsprozess der Nahrung optimal auszuführen. Was wiederum Voraussetzung für ein gesundes Körpergewicht ist…
Bewegung fördert zudem das Yang, was den Körper wärmt und aktiviert und damit den Stoffwechsel und den Grundumsatz ankurbelt.

Aber Achtung: Das Qi und Blut für Bewegung und Sport muss auch vorhanden sein! 
Mangelzustände sind daher eine klare Kontraindikation für ausdauernden und anstrengenden Sport.
Unmittelbare Folge sind Krämpfe und Verletzungen von Sehnen und Bändern. Auch Unruhe und Schlafstörungen können auftreten. Und nicht zuletzt kann man sich immer weiter in einen Erschöpfungszustand manövrieren, wenn man seinen Zustand beim Sport missachtet. 

Körperwahrnehmung und Unterscheidung je nach aktuellem Zustand sind daher wichtig – also immer wieder die ehrliche Antwort auf die Frage: Geht es mir besser nach Bewegung/Sport?
Wenn ja, dann ist es hilfreich, bringt das Qi in den „Flow“, von dem Sportler bekanntermaßen häufig reden, wenn sie sich wohl fühlen in der Bewegung.
Wenn nicht – dann sollte man das körperliche Feedback unbedingt ernst nehmen! Wer sich nach Bewegung/Sport schlechter fühlt als vorher, der ist vermutlich bereits in einer Erschöpfung, die der Schonung und Erholung bedarf. Dann ist körperliche Anstrengung tatsächlich kontraindiziert, hier ist im Gegenteil „Qi sparen“ angesagt und „Aufladung“ in Form von Erholung und (gutem) Schlaf sowie hochwertiger und leicht verdaulicher Ernährung.
Denn es gilt, sich seinem Körper angemessen und respektvoll zu bewegen.

Yang- und Yin-Phasen achten:
Nicht umsonst ist das „Yin-Yang-Zeichen“ ziemlich gleichmäßig in Yang (weißer Teil, oben) und Yin (schwarzer Teil, unten) unterteit, die sich gegenseitig bedingen und ineinander übergehen. Bewegung ist Yang und gehört daher im Tages- und Jahres-Ablauf in die aktive Phase, also den Tag und den Sommer. Bewegung und Sport sollten daher idealerweise morgens und im Laufe des Tages bis zum Nachmittag stattfinden, der späte Nachmittag und Abend und erstrecht die Nacht gehört dem Yin, also der Ruhe und Regeneration, dem Schlaf.
Wer die Yin- und Yang-Phasen durcheinanderlaufen lässt, bringt seinen Körper in Unruhe, die sich u.a. auch in Schlafstörungen, Nachtschweiß und Bluthochdruck äußern kann.
Auch der Winter ist Yin und damit eigentlich dazu da, Aktivität runterzufahren, wieder Kraft zu sammeln und den Nieren-Funktionskreis zu stärken, um im Frühling, wie die Natur auch, mit neuer Kraft wieder „ausschlagen“ zu können. Wer sich im Winter verausgabt, hat im Frühling keine Kraft, Frühjahrsmüdigkeit und Krankheitsanfälligkeit können die Folge sein. Zwar können wir keinen „Winterschlaf“ halten, aber ein moderater „Rückzug“ und der Fokus auf eine insgesamt erholsame und ruhigere Zeit kommt einem Leben im Einklang mit der Natur schon etwas näher…
Es ist, wie sollte es auch anders sein, immer eine Frage der Balance – und die Mitte ist das Ideal, das Ziel (nicht nur) der TCM.

*Anleitung zum effektiven Dehnen:
Dehnungsübungen gibt es im Netz bereits zuhauf, und unabhängig davon, welche Übung man für sich wählt, wichtig ist jeweils die Dauer der Dehnung.
Dabei die Bewegung immer nur zu 80% des möglichen Bewegungsradius ausführen (also so, dass man nicht die Luft anhält, sondern entspannt weiter atmen kann).
Und nicht (!) zerren, sondern passiv (= yin) Dehnen durch das eigene Körpergewicht und das Halten der Bewegung bzw. sinken lassen – und zwar für 3 Minuten!
Jede Seite braucht dabei nur eine Wiederholung, aber die Dauer hat es in sich, und erst nach ca. zweieinhalb Minuten setzt eine spürbare Verlängerung ein, so dass man gefühlt noch einmal 1-2 cm „geschenkt“ bekommt. Darauf lohnt sich zu warten! Es empfiehlt sich, einmal für 3 Min. die eigenen Atemzüge zu zählen – und bei den folgenden Dehnungen die Atemzüge zur Zeitmessung zu nutzen und ganz nebenbei durch die achtsame und tiefe Atmung die Entspannung (Yin) noch zu fördern.
Idealerweise findet das Dehnen nach dem Sport statt (also nach der Anspannung) – oder immer am Ende des Tages als Entspannungs-Ritual und Vorbereitung für einen erholsamen Schlaf…

 

Ein super anstrengendes Jahr des Wasser-Büffels geht zu Ende. Das war zwar schon weniger dramatisch als 2020, aber es hat uns einiges abverlangt, ein Jahr der Umwälzungen, der Neuorientierung, der Grundsteinlegung für vieles was erneuert werden musste. Dafür ist es gut, und der Büffel ist kraftvoll und ausdauernd. – 2022 folgt, weiterhin im Element des Wassers, der Tiger:

Mut und Selbstbewusstsein gepaart mit Sanftheit, Nachgiebigkeit und Ruhe. Wasser steht zudem für Fülle und Fruchtbarkeit. 2022 wird ereignisreich und spannend, ganz wie es ein Tiger verspricht. Es ist ein Jahr, in dem wir mutig und kämpferisch sein sollten, neue Dinge wagen, unbeirrt, fokussiert und selbstbewusst. Dann bringt 2022 Veränderungen – und zwar zum Positiven!

Dabei sollte man nicht vergessen, sich seinem Körper, der Gesundheit und dem eigenen Wohlergehen zuzuwenden, aber auch dem Zwischenmenschlichen, den Beziehungen…

Möge 2022 ein kraftvolles und erfolgreiches und vor allem gesundes und erneuerndes Jahr werden!

Frohes Neues!

Mal abgesehen davon, dass man die Zutaten für sein Frühstück, wenn man sich nach dem Prinzip der Ernährung nach 5 Elementen richten und seinem Körper etwas Gutes tun möchte, nach seiner eigenen Konstitution bzw. aktuellen Zustand wählen sollte (also nach Element und Thermik und dem, was der eigene Körper im aktuellen Gesundheitszustand tatsächlich gerade braucht!) – fast noch wichtiger ist, dass die Zusammenstellung des Frühstücks vollständig ist! – Und leider weisen da noch immer sehr viele Porridge- und Frühstücksbrei-Rezepte tatsächlich inhaltliche Mängel auf. Die Bedeutung mancher Zutaten ist nämlich größer als man manchmal denkt…

1. Die Getreide-Komponente

Porridge (Haferbrei) ist nur eine mögliche Variante für einen Frühstücksbrei – es geht auch ohne Haferflocken!
Denkbar (und problemlos verfügbar) sind neben Haferflocken oder auch Schmelzflocken z.B. auch Dinkel-Flocken, Mais/Polenta, Hirse(-flocken), Buchweizenflocken, Reisflocken…

Die Wahl des Getreides ist schon der erste Schritte für Abwechslung in Geschmack und Kombinationsmöglichkeiten nach eigenem Belieben, auf Wunsch auch passend zur Jahreszeit und zum jeweils vorhandenen saisonalen Obst! Da ergeben sich allein aus den Getreide-Obst-Kombinationsmöglichkeiten schon ein immenser Spielraum für Phantasie und Abwechslung!

Davon abgesehen kann man so auch glutenfreie (wie Hirse u. Mais) oder basische Getreide (wie Buchweizen) bevorzugen. 

2. Das Obst

Eine Handvoll Obst (am besten natürlich saisonal und regional) bringt nicht nur Geschmack in das Frühstück, sondern auch Ballaststoffe und durchaus ausreichend Zucker! 

Da Rohkost aber schwer verdaulich ist, sollte es mit aufgekocht werden – was auch den Vorteil hat, dass sich hierdurch bereits der erste Schritt der Zucker-Verdauung schon erledigt hat (und daher keine Energie mehr kostet!) – es macht sich auch geschmacklich bemerkbar! Durch die erste Aufspaltung des Zuckers intensiviert und verteilt sich bereits die Süße vom Obst. Ein Nachsüßen, wie es in vielen Rezepten empfohlen wird (etwa mit Honig, Ahornsirup, Agavendicksaft u.ä.) ist damit völlig überflüssig und spart damit jede Menge Kalorien! 

Wer gerade kein frisches Obst zur Hand hat oder mitkochen möchte, der kann zur Not auch mal auf Apfelmark (das ist im Gegensatz zum Apfelmus ohne Zuckerzusatz und enthält damit nur den Fruchtzucker), eingemachtes Obst (zB. auch Kirschen) oder Babykost (Vorteil: ohne Zuckerzusatz)  als „Notration“ beim Obst zurückgreifen. So kann man sich in der Vorratshaltung auch mal spontan aushelfen.

Trockenobst sollte nicht als Obstanteil verwendet werden sondern nur zum süßen oder geschmacklich verfeinern, denn Trockenobst ist eine Zuckerbombe! Hier reicht z.B. eine Dattel oder ein EL Gojibeeren.

3. Nüsse

Sie sind nicht nur Dekoration, sondern auch eine Fett- und Eiweiß-Komponente!

In Bezug auf den Fett-Anteil sollte man nicht vergessen: Viele Vitamine werden ohne Fett nicht aufgenommen! Kleine Merkhilfe: „EDEKA“ – diese Vitamine brauchen Fett, um verstoffwechselt zu werden. Dies ist auch der Grund, warum Smoothies im Idealfall ein EL Pflanzenöl zugesetzt wird. Mögliche Zutaten sind hier u.a. auch Nüsse, Kokosöl, Mandelmus…

Beispiele: 
Kokosraspeln u. Walnüsse (Element Erde, warm), 
Mandel, Haselnüsse, Pistazien, Sesam (Erde,neutral)

Nüsse wie Mandeln, Walnüsse und Haselnüsse sowie Leinsamen, Sesam u. Mohn sind zudem eine basische Komponente!

4. Das Knusper-Topping

Das wird vielen bekannt vorkommen, die sich mit dem Frühstücksbrei nicht so richtig anfreunden können: Da fehlt etwas zum Kauen…
Die „crunchy“-Komponente ist gerade für „Lebertypen“ (oder in einer Leber-Qi-Stagnation) wichtig! – Lässt sich ja aber auch wunderbar integrieren, indem man Nüsse nicht gemahlen sondern nur gehackt oder ganz zufügt. Dann kann man sich am Knusper-Topping genüsslich „abarbeiten“…

Ürigens: Wer im Gegenteil sein Frühstück lieber trinkt, weil er etwa „morgens nichts runterkriegt“, der kann auch den „Smoothie-Maker“ bzw. Mixer zu seinem Lieblingswerkzeug küren – aber dann bitte trotzdem auf die Wärme achten (s. unten Nr.6).

5. Die Eiweiß-Komponente

Ursprünglich ist Porridge mit Milch gekocht. Der Ersatz von Milch ist sicher sinnvoll, nicht nur in Bezug auf Tierwohl, sondern auch u.U. aus TCM-Sicht, und so ist heute das Kochen von Frühstücksbrei mit pflanzlichem Milchersatz an der Tagesordnung. 

Allerdings wird dabei gerne mal übersehen, dass Milch schon mehr beinhaltet als nur den Flüssigkeitsanteil des Breis! Im Gegenteil: Viele kennen sicher den Spruch „Milch ist kein Getränk, sondern eine Mahlzeit.“ – und das trifft genau den Nährstoffanteil der Milch. Es gilt nämlich neben der Flüssigkeit u.a. auch den Eiweißanteil nicht zu vergessen. 

Dies lässt sich aber durch Zusatz von z.B. Lupinen-Protein, Leinsamenmehl oder Pilzpulver (z.B. Hericium oder Maitake als Pilzpulver), aber auch durch Nüsse oder Nussmus im Blick halten.

Die Auswirkung davon ist deutlich spürbar: So hält die Mahlzeit  nämlich tatsächlich länger satt (und den Blutzucker konstanter)!

Richtwert für den Eiweißbedarf eines Erwachsenen: 0,8 g/Kg Körpergewicht (also ein Tagesbedarf von irgendwo zwischen 40-70g/Tag).

6. Wärme – denn Kaltes kostet Energie!

Kaltes Müsli geht gar nicht! Es ist doppelt ungünstig, da nicht nur kalt sondern auch noch roh!
Overnight oats sind da immerhin durch das Quellen schon deutlich leichter verdaulich – aber dennoch kalt (und im Zweifel auch mit rohem Obst angerichtet).
Für den Körper bedeutet das: Da muss erst erheblich Energie (zum aufwärmen auf Körpertemperatur) reingesteckt werden, bevor überhaupt etwas an Energie daraus gewonnen werden kann! Das ist ein unnötiges Energie-Minus, mit dem man in die Mahlzeit startet. Wer morgens Energie braucht und gut in den Tag starten will, der sollte daher warm frühstücken. (Also auch „overnight oats“ und übrigens auch Smoothies lieber morgens kurz aufwärmen oder mit heißem Wasser aufgießen, so dass es mindestens Körperwärme hat. Eine kleine Korrektur mit großem Energie-Vorteil!)

Im übrigen: So aufwendig ist die morgendliche Zubereitung gar nicht: Mann kann alle Zutaten (einschließlich Obst!) zusammen ganz kurz aufkochen und dann 10 Min. stehen/ziehen lassen  – und in der Zwischenzeit im Bad verschwinden… Danach ist das Frühstück verzehrfertig. 

7. Gewürze

Gewürze bringen nicht nur Geschmacksvielfalt – sie wärmen auch (man denke hier zB an alle uns bekannten Weihnachtsgewürze!) und helfen bei der Verdauung
Neben dem Geschmack also auch eine wichtige Funktion als Bestandteil des Gerichts.

Gleichzeitig lässt sich so noch einmal ganz viel kreative Variation in den Geschmack bringen, durch die Kombination von Gewürzen und der Obst-Komponente…

Kleine Auswahl, die man eigentlich auch immer zu Hause hat: 
Ingwer (Element Metall, Achtung: heiß!), Zimt (Erde, heiß) , Kurkuma (Feuer, warm), Kardamon (Metall, warm), Vanille (Erde, neutral), Kakao (Feuer, warm), Orangen- bzw. Mandarinenschalen (Feuer, neutral)… Zitronengras (Metall, warm)… um nur einige zu nennen. Viel Spaß beim Einsatz und Genießen!

8. Die Frühstückszeit

Nicht nur beim Blick auf die in der TCM viel zitierte Organ-Uhr wird klar: Verdauung spielt sich hauptsächlich morgens, jedenfalls vormittags ab – und das was man spät abends noch zu sich nimmt, das dient nicht nur nicht mehr dem Energiebedarf des Tages (denn die Aktivität lässt da bekanntlich schon nach…), sondern wird auch tatsächlich nicht mehr verdaut (und erst recht nicht verbrannt). Was daraus folgt, ist wohl allgemein bekannt…

Was für die „Lerchen“, die gern früh aufstehen und morgens fit sind, kein Problem ist, wird für aber für manch eine „Eule“ zur Quälerei, denn die Aussage „ich kann morgens so früh noch nichts essen“, ist bei weitem keine Seltenheit. 

Aber auch hier hat uns der liebe Gott einen Ausweg gezeigt und die Thermosbehälter erfunden! Wer vor Abfahrt nicht frühstücken mag, kann es warm mitnehmen und am Arbeitsplatz in einer späten kurzen Frühstückspause essen. Thermobehälter gibt es mittlerweile in 1001 Variationen.  Alternativ kann man am Arbeitsplatz auch nochmal aufwärmen – und wer dafür die Mikrowelle gern meiden möchte, kann auch (zB. Einmachgläser) im Wasserbad aufwärmen oder mit heißem Wasser aufgießen. (Die Camper unter Ihnen werden da sicher keine unlösbaren „praktischen“ Probleme haben.)

Es ist eigentlich nur eine Frage von minimaler Ausrüstung, ein wenig Vorbereitung und spürbar wohltuender Lebensgewohnheit.

Für die „nicht so süßen“: Herzhaftes Frühstück nach TCM

Wer jetzt eher nicht der „Süße“ beim Frühstück ist, der braucht noch lange nicht darauf zuverzichten, im Sinne der TCM zu frühstücken! Es geht auch durchaus herzhaft!

Hier ein paar Vorschläge:

– Suppen: Gemüsesuppen (z.B. Kürbis!) oder klare Suppen (z.B. mit Reis oder Nudeln), gern auch saisonal! (Vorteil: lassen sich vorkochen und aufwärmen)

Auch hier sollte man auf die Zusammensetzung und damit auch auf Fett/Öl- u. Eiweiß-Komponente (ggf. auch in Form von Pilzen, wie Champignons, Kräuterseitlingen, Shiitake & Co.) achten!

– Eispeisen: Rührei/Omelette, Fritata (lässt sich vorbereiten!), Pfannkuchen/Crepes, Gemüsekuchen/Quiches… Auch hier lässt sich beliebig mit saisonalem Gemüse variieren und für Abwechslung sorgen.

Und was für das süße Frühstück gilt, bleibt auch hier oft unterschätzt:
Kräuter und Gewürze spielen auch hier nicht nur eine geschmackliche, sondern auch eine wärmende und verdauungsfördernde Rolle!
So sind zB. Basilikum, Schnittlauch, Petersilie, Rosmarin und Thymian allesamt wärmend und „scharf“ und verdauungsfördernd, z.T. auch krampflösend, durchblutungsfördernd und abwehrstärkend – mit anderen Worten nicht nur lecker sondern auch noch gesund und hilfreich! – Und zudem auch jederzeit als frische Kräuter verfügbar.

In diesem Sinne: Einen guten und genussvollen Start in den Tag!

Je länger man QiGong praktiziert, je vielfältiger die Erfahrungen (gelernte Formen und Lehrer), desto reicher ist man an Übungen, aus denen man sich immer wieder neu und individuell herauspicken kann, was man tatsächlich gerade braucht. Aber gleichzeitig wird auch klar, dass so ziemlich alle Formen letzten Endes viel Grundlegendes (und insbesondere den Daoismus als Philosophie) gemeinsam haben und dass man am Ende „back to the roots“ gehen und QiGong auf das wesentliche reduzieren kann. Keep it simple! Dann macht QiGong nicht nur Anfängern mehr Spaß und den Erfolg spürbar, sondern auch Fortgeschrittenen einen tieferen Zugang möglich.

Das „einfach machen“, das völlig unangestrengte Erleben (das uns Deutschen zugegebenermaßen oft schwer fällt), das Wahrnehmen und Annehmen von kleinen und großen Veränderungen verbindet QiGong mit seinem philosophischen daoistischen Kontext, zu dem man durchaus über den „Umweg“ des QiGong und Taiji einen überzeugenden und motivierenden Zugang finden kann. Einer der „Pudelskerne“ des QiGong und Taiji ist z.B. „Wuwei“: Das „Handeln durch Nicht-handeln“.
Was zunächst so paradox erscheint und eben deshalb so schwer ist, könnte man als „bewusstseinsveränderndes“ Prinzip des Daoismus bezeichnen, an dem man auf die Dauer nicht vorbeikommt, das aber auch eine Offenbarung ist. Nichts erzwingen (wollen), sondern geschehen lassen und beobachten, nachgiebig sein, sich integrieren in die Natur, das sind Kerngedanken des Daoismus, die auch im Qigong aufgehen.

Das in China üblicherweise ausdauernde, langfristige Lernen durch fortwährende Wiederholung beinhaltet schon eine ganze Menge „Kinesiologie“, die diesen einfachen Zugang deutlich macht:
Nicht mit dem Kopf lernen, sondern mit dem Körper… Nicht das kopflastige (auswendig-) Lernen, sondern das Begreifen und Verinnerlichen macht es möglich: Den Geist (Shen) zur Ruhe kommen zu lassen, das Herz leer zu machen (und das ist für uns „Herz-Messies“ heutzutage sicherlich keine leichte Übung) und den Körper zu lockern, loszulassen…

Das „Betriebssystem“ von QiGong und Taiji ist Bewegung durch Yi (Aufmerksamkeit/Absicht) + Qi.

Diese ruhige und achtsame Form von Bewegung hilft auch vielen „verkopften“ Menschen, den Zugang zu (bewegter) Meditation zu finden, und oft auch zur Philosophie dieser Bewegungskünste.

Ganz wesentliche Aspekte dieses „Betriebssystems“ findet man tatsächlich komprimiert in wenigen kleinen Übungen bzw. kurzen „Vorbereitungen“, die im QiGong und Taiji häufig praktiziert werden. Das ist dann pure Philosophie komprimiert in einer „Nussschale“. Eine von diesen „Nussschalen“ besteht z.B. aus 5 Gedanken, die man sich wirklich nur ganz kurz (in einer halben Minute) „vergegenwärtigen“ und verinnerlichen kann, immer bevor man übt – aber auch sonst, wann immer man eine kurze meditative Pause nötig hat:

1. Die Füße – die Wurzel

Die Aufmerksamkeit, die wir auf die Füße „verschwenden“, hält sich in der Regel sehr in Grenzen. Das ist beim Taiji schon deutlich anders, weil dort schon allein aus der Notwendigkeit der Standsicherheit heraus dem „Verwurzeln“ große Bedeutung zukommt.
Aber auch im QiGong wird schnell klar: Sicher stehen, sich in seiner Mitte ausrichten und Gleichgewicht finden kann man nur, wenn man sich der Bedeutung seiner Füße bewusst ist:
– der Position der Füße, ganz körperlich, „dreidimensional“: Wo und wie genau stehen meine Füße, immerhin geben sie mir meine (Ausgangs-)Position vor!
– des Ursprungs: Der Punkt Yongquan, die „sprudelnde Quelle“, der Akupunktur-Punkt Niere1, das ist der tiefste Punkt des Körpers, im Fußgewölbe, über dem man sich beim QiGong schwerpunktmäßig ausrichtet für einen sicheren aber auch mühelosen Stand, der Punkt, mit dem man in der Erde „wurzelt“ und sich energetisch mit ihr verbindet.
– der Ausrichtung der Fußspitzen als Richtungsgeber der Bewegung und der Ausrichtung des Körperschwerpunktes zwischen den Füßen, in der Körpermitte.

Hier geht es also gleich dreimal um die eigene Ausrichtung: Die körperliche Ausrichtung, die energetische und die eigene Integration in die Natur, als Mensch zwischen Himmel und Erde, als Teil dieser „Dreifaltigkeit“.

Hinschauen (auf die Füße!) ist übrigens erlaubt! Entgegen der spontanen Annahme der meisten Übenden darf man durchaus auf die Füße schauen – und sollte man sogar hier und da. Es lenkt den Blick auf die eigene Position und steigert deutlich deren Wahrnehmung. Und letztere ist sowohl im QiGong wie im Taiji ganz wesentlicher Teil der Übung.

Den Punkt „Yongquan“ findet man in der Vertiefung des Fußgewölbes. Man kann also genau genommen nicht darauf stehen, aber darüber. Es ist der Punkt, über dem der Körperschwerpunkt liegen sollte, und es ist der Punkt, über dem wir uns mit der Erde verbinden und in ihr wurzeln, wodurch sich automatisch eine deutlich spürbare Standsicherheit und Gleichgewicht einstellt, und auf dem ein müheloses Stehen über längere Zeit möglich ist.
Wenn man sich über diesem Punkt ausbalanciert, durch Verlagern vom Vorderfuß zur Ferse sowie über die Mittelachse vom Außenfuß zur Innenseite, dann bemerkt man, dass die Last des ganzen Körpers vom Rücken verschwindet und das Stehen wesentlich leichter fällt. Wer auf Yongquan steht und die Knie locker lässt, für den ist langes Stehen so gut wie kein Problem mehr.

Ein Beispiel: Das erste Bild der „Acht Brokate“ (mit beiden Händen den Himmel halten).
Übe dieses Bild einmal mit dem Fokus und Schwerpunkt auf Yongquan als Ursprung für die Ausrichtung des Körpers nach oben. Vermutlich wird sich die Wahrnehmung für diese Übungen und darüber hinaus das Gleichgewicht im Fußspitzenstand spürbar verändern…

Ganz nebenbei: Die Wahrnehmung der Füße ist eine sehr simple und effektive Achtsamkeits-Übung. Das Wort ist zwar durch seinen inzwischen inflationären Gebrauch und Missbrauch als Werbe-Schlagwort ein wenig „abgegriffen“ – aber vielleicht lässt sich durch so simple Übungen etwas Inhalt darin wiederherstellen… Achtsam kann man sein, wenn man tatsächlich immer genau da ist, wo man gerade ist – im Geiste weder an einem anderen Ort, noch in der Zukunft oder Vergangenheit. – Manchmal hilft auch ein kurzer aber bewußter Blick auf die Füße…

2. Der Himmel – das Aufrichten!

Der Gegenpol zu Yongquan ist Baihui (die „hundertfache Vereinigung“, Treffpunkt aller Leitbahnen, der Punkt Dumai 20): Das ist der höchste Punkt des menschlichen Körpers, die „himmlische Pforte“, unsere Verbindung zum Himmel („Tian“) – da, wo man, wollte man sich am Himmel „aufhängen“, den Faden am Kopf anknüpfen würde.

Es geht um unsere Positionierung, die „Aufhängung“ des Menschen innerhalb der „chinesischen Dreifaltigkeit“:
– Himmel/Kosmos (und Yang)
– Mensch
– Erde/Wurzel (und Yin).

Dem entsprechend ist nicht nur unsere Wurzel bzw. „Verwurzelung“ wichtig, unsere Verbindung zur Erde, unser sicherer, „geerdeter“ und mittiger Stand, sondern auch die Perspektive und der Blick nach oben, die aufrechte Haltung des Körpers (und selbstredend auch des Geistes).

Die Haltung ist im QiGong wie im Taiji grundlegend wichtig für die eigene Standsicherheit und eine stabile und mühelose Ausführung der Bewegungen, insbesondere dann, wenn man einen Schritt macht, ohne dabei seine Sicherheit zu verlieren, oder in die Tiefe geht (d.h. die Knie beugt) ohne dabei nach vorne zu kippen oder auch seine Knie übermäßig zu belasten. Häufig merkt man erst durch eine leichte, vermeintlich unwesentliche Korrektur seiner Haltung bzw. seines Stands, wie ausschlaggebend es für die Leichtigkeit und Mühelosigkeit in der Ausführung ist, wenn man „im Lot“ und in seiner Mitte steht.

Und es lässt sich – wie so oft im QiGong – sehr leicht verdeutlichen:
Man nehme irgendein Bild aus einer QiGong-Form, das einem Mühe macht, bei dem man das Gefühl hat, dass man umkippt oder das Gleichgewicht verliert und übe sie unmittelbar hintereinander mit jeweils kleinen aber ganz bewussten Veränderungen:
a) Verlagerung des Schwerpunktes auf den Füßen von der Ferse zu den Fußspitzen und wieder zurück bis man sich wieder auf Yongquan eingependelt hat
b) Verlagerung des Schwerpunktes zu seiner eigenen Körpermitte (nicht vorne, nicht hinten, nicht rechts oder links, sondern in der eigenen Mitte stehen) und
c) die Ausrichtung des Körpers nach oben, so dass man das sprichwörtliche „Krönchen auf dem Kopf“ nicht verliert…
Wenn man über Yongquan, in seiner Mitte und aufrecht steht, dann verliert sich oft jegliche Unsicherheit im Gleichgewicht und Anstrengung von ganz allein.

3. Das Lächeln – die Reinheit!

Schau Dich mal um, in Deinem Alltag, in den Gesichtern um Dich herum, aber auch auf Dich selbst: Wie oft lächelst Du am Tag? Und jetzt gerade? Und warum nicht?

Es ist eine längst erwiesene Tatsache: Die Physiologie von Lächeln und Freude lässt sich nämlich umkehren: Wer öfter mal lächelt, der ist auch glücklicher! Es funktioniert also auch „andersrum“ – das Lächeln im Gesicht signalisiert dem Gehirn „es geht Dir gut, Du bist glücklich“.

Aber auch unsere Beobachtung von Kindern zeigt es, sie lächeln nämlich noch deutlich öfter als wir Erwachsenen… warum das so ist, muss man wohl nicht groß erklären.

Was Kinder da so unwillkürlich tun, müssen wir Erwachsenen uns leider erst wieder „erarbeiten“ und uns immer wieder selbst daran erinnern: Lächeln bedeutet, Qi auszutauschen, schlechtes Qi loszuwerden, gutes Qi aufzunehmen und zu sammeln, sich für Positives zu öffnen und wieder Leichtigkeit zu empfinden.

Selbst dann, wenn man absichtlich lächelt, zeigt sich eine deutliche Reaktion im Körper: Mit dem Lächeln kommt ad hoc eine unwillkürliche und spürbare Entspannung von Gesichts-Mimik und Körperhaltung, verkniffene und angespannte Gesichter werden plötzlich weich und gelöst, die Schultern sacken plötzlich ab, der Körper „lässt los“. Lachen ist ja nicht nur die „beste Medizin“, sondern eine spontane Ganzkörper-Entspannung. Gerade für vor Ehrgeiz und Perfektionswahn dauerhaft angespannte Menschen ist es eine echte Wohltat.

Aber auch geistig bringt das Lächeln eine große Erleichterung mit sich. So wie ein Kinderlachen ein „reines“ Lachen ist, so bringt das Lächeln eine „geistige Reinigung“ mit sich, die auch dem Herzen gut tut, denn das Herz ist „das Haus des Shen“.

Lächeln bedeutet die Bereitschaft und Offenheit für das was ist…

Und: Lächeln ist ein Zeichen von Freundlichkeit.
1. Sei freundlich zu Dir selbst, zu Deinem Körper, denn Du hast nur den einen!
Und 2. sei freundlich zu den Menschen um Dich herum, und zur Umwelt, zur Natur. Auch das ist Achtsamkeit.
Probiere es mal aus, beim nächsten Einkauf, an der Kasse… Ein Lächeln kostet nichts (auch keine Zeit) und ist überhaupt nicht anstrengend, sondern pure Leichtigkeit.

By the way: Es ist nicht nur ein Zeichen von Respekt und guter Erziehung, sich bei einem Trainingspartner am Ende einer (Partner-)Übung zu bedanken. Es ist ein Zeichen der Wertschätzung, das dem Partner ein positives Gefühl gibt, das auch zurück kommt: Dem „Danke“ folgt ein „gerne wieder!“…

4. Das Herz – das Haus des Shen

Ich hatte es eingangs bereits vorweggenommen: Wir sind (oder die meisten von uns jedenfalls) die reinsten Herz-Messies!
Die meisten von uns haben im Herzen einen ganzen Haufen Unrat, der da nicht hingehört: Schlechte Erinnerungen, Ressentiments und anderer „Krempel“, der sich im Laufe der Zeit da ablagert und nicht entsorgt worden ist… Das ist nicht sehr hilfreich, wenn das Shen, der Geist, zur Ruhe kommen soll. Und da das Shen im Herzen wohnt, gehört es zur allerersten Maßnahme auf dem Weg zum „schöner Wohnen“ in Deinem Herz, diesen Krempel beizeiten auch wieder loszuwerden.

Es ist nicht nur eine große Hilfe beim QiGong und Taiji, sondern gewissermaßen philosphischer Hintergrund, wie bei der Meditation, den Geist auf „Standby“ zu schalten, zwar „wach“ zu sein, aber nichts zu denken, sich nicht ablenken zu lassen, sondern das „da sein“ zu üben. Kein Kopfzerbrechen, kein Gedankenkarussell! Nicht an das Abendessen oder die Familie denken, an den Einkauf, die Heimfahrt oder an Arbeit und Kollegen… Da sein, wo man gerade ist! – Nicht woanders, nicht davor und nicht danach.

Richte Dein Bewusstsein von außen nach innen, von Deiner Umgebung weg, hin zu Deiner Mitte, fokussiere auf Dein Herz und lasse Dein Shen auf „stand-by“ gehen:
Stell Dir vor, Du gehst in Dein Herz und es ist riesengroß und weit und LEER!

Das heißt im Sinne des QiGong: Das Shen ist ruhig, das Herz ist leer, das Dantian (Unterbauch) voll.

5. Das Lockerlassen – den Körper entspannen

Das Lockerlassen - den Körper entspannen

Lockere Deinen Körper und entspanne Dich. Nicht die Muskeln spielen eine Rolle beim QiGong, sondern die Leichtigkeit, die Unangespanntheit, die fließende Bewegung, die Deiner Aufmerksamkeit (Yi) und dem Qi folgt (deiner Atmung!). Das Loslassen ist Voraussetzung für das Fließen, für die Bewegung durch Qi. Lockerheit und Entspannung ermöglichen erst die fließende Bewegung und machen sie mühelos, ökonomisch und effektiv!

Eigentlich kann man sagen: Sobald wir bewusst die Bewegung durch Muskelkraft ansteuern, sobald eine Bewegung in Anstrengung ausartet, ist es Gymnastik. Das hat mit QiGong nicht mehr viel gemeinsam. Beim QiGong wird weder angespannt noch gedehnt. Immer dann, wenn der Fokus auf der Bewegungsausführung liegt und dabei die Atmung ins Stocken gerät, verliert sich der eigentliche Antrieb von QiGong. Denn beim QiGong folgt die Bewegung der Atmung – nicht umgekehrt.

Gebe niemals 110% Deiner Kraft und Beweglichkeit (denn wir sind hier nicht im Leistungssport), sondern bleibe immer bei 80%, immer im Bereich dessen, was ohne jede Mühe (und ohne Luft anhalten!) machbar ist. Solange die Atmung führt, ist die Bewegung unangestrengt, fließend und effektiv.
Hierin findet man auch wieder eine der vielen Verbindungen zum Daoismus, mit dem man sich vermutlich irgendwann zwangsläufig befasst, wenn man sich mit QiGong oder Taiji länger beschäftigt.

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QiGong in einer Nussschale – eine kleine Vorbereitung:

Das, was für QiGong und Taiji von grundlegender Wichtigkeit ist, verliert sich weniger in Äußerlichkeiten, sondern lässt sich, wenn man es ziemlich dicht „eindampft“, in eine Nussschale packen.
Man kann es wie ein kleines „Gebet“, als kurzes Vorbereitungs-Ritual nutzen und es sich immer wieder verinnerlichen:

1. Auf die Füße achten (und auf Yongquan), in der Erde wurzeln…
2. Zum Himmel ausrichten, aufrecht sein!
3. Lächeln!
4. Das Herz leer machen und weit, dem Shen seinen Raum und Ruhe geben…
5. Loslassen!

QiGong ist Da-sein, atmen, freuen.

Schon Paracelsus kannte die Wirksamkeit der Brennnessel bei Gelenkschmerzen. Heute ist ihre gute Wirksamkeit bei rheumatischen Erkrankungen (wie auch bei Harnwegserkrankungen, wofür sie deutlich bekannter ist) wissenschaftlich erwiesen – nur leider meines Erachtens viel zu wenig beachtet und eingesetzt.

Die „Königin der Beikräuter” hat Rudolph Steiner (Begründer der Anthroposophie) sie genannt.
„Beikraut“ (so wie auf demTitelfoto) finde ich zumindest schon freundlicher als die Bezeichnung „Unkraut“ – und tatsächlich ist sie ein traditionelles europäisches Heilkraut! Wie übrigens viele der sog. „Unkräuter“…

Und die Brennnessel ist weit mehr als das: 

  • Sie ist Grundnahrungsmittel für Raupen und damit Lebensvoraussetzung für so manch einen Schmetterling! 
  • Sie ist Rohstoff für Papier und Kleidung und Textilfarbe für Wolle, 
  • sie ist als Tee und Gemüse zu verwenden, 
  • sie ist Bodendünger und als Jauche auch Pflanzenschutzmittel 
  • – und eben ein heimisches und äußrest vielseitiges Heilkraut!

Die Brennessel wirkt harntreibend, aber auch entzündungshemmend, schmerzstillend und immunmodulierend. 

Die durchblutungsfördernde Wirkung dieser im wahrsten Sinne reizenden Vertreterin unserer heimischen Heilkräuter wird bei Berührung deutlich spürbar… Tatsächlich ist sie einer der ganz wenigen Gründe, warum ich dann doch manchmal zu Handschuhen greife bei der Gartenarbeit, denn bei mir „wehrt“ sie sich nach wie vor mit wildem Brennen und Pieksen, wenn ich ihr zu nahe komme. Und gleichzeitig muss ich dabei meistens grinsen: Sie schafft es doch, mit unscheinbarem und doch freundlichem Charme, sich zu wehren – und hat damit manch einem von uns schon deutlich etwas voraus 😉 Man müsste sich die Taktik abgucken.

Von der Brennessel lässt sich alles verwenden: 

  • Die Blätter, 
  • die Samen und 
  • die Wurzel. 

Die Blätter sind reich an Mineralstoffen wie Kieselsäure, Eisen, Mangan und Kalium und lassen sich nicht nur als Tee trinken, sondern auch als Gemüse gekocht oder als Suppe und sogar als Pesto und im Smoothie zubereiten. 
Die Samen enthalten Linolsäure, Polysaccharide und Carotinoide und die Wurzel u.a. Cumarin, Gerbstoffe und Polysaccharide. Der Vitalstoffgehalt der Brennnessel ist enorm.

Die Brennnessel unterstützt die Blutbildung (und daher den Aufbau von Blut und Essenzen) und damit auch das Immunsystem. Die Samen unterstützen das Knochenwachstum (ua. bei Osteoporose).
Und sie unterstützt den Stoffwechsel durch ihre Bitterstoffe und reinigt Blut und Bindegewebe und ist daher als Frühjahrskur ideal.

Die Einordnung nach TCM:
Der Geschmack ist bitter (reinigend, entgiftend, Leber und Gallenblase tonisierend), 
süß (nährend u. Essenz aufbauend) und salzig
Die Temperatur ist kühl
Sie wird dem Element Wasser und dem Nieren Yin zugeordnet und ist die Meisterin der Essenzen (Yin).

Wirkung:

  • harntreibend
  • entzündungshemmend und damit hilfreich gegen Rheuma und Arthritis
  • stoffwechselfördernd, leicht anregend auf Leber und Gallenblase und 
  • krampflösend

Indikationen:

  • Harnwegserkrankungen und -entzündungen, wiederkehrende HarnwegsInfekte
  • Wasseransammlungen
  • Prostatavergrößerung (die Wurzel)
  • Allergien, Ekzeme 
  • Störungen des Knochenstoffwechsels (Samen), 
  • Müdigkeit und Anämie, Aufbau bei allen Erschöpfungszuständen, u.a. bei Burnout, postnatal (nach Geburt) und in den Wechseljahren
  • Entgiftung (im Frühjahr) und Blutreinigung, Ausleitung

Indikationen nach Disharmonien der TCM:

  • Nieren – Yin – Mangel
  • Qi- und Blut – Mangel, Essenzmangel 
  • Herz – Yin – Mangel
  • Lungen – Yin – Mangel
  • Leber – Yin – Mangel
  • Feuchtigkeit im unteren Erwärmer

Emotional:

  • Die Brennessel fördert innere Stärke, Selbstsicherheit und Selbstwertgefühl und die Fähigkeit, sich nach außen abzugrenzen und zu wehren
  • Sie hilft bei Erschöpfungszuständen, Vergessslichkeit und mangelnder Willenskraft.
  • Sie ist aufgrund dieser psychisch stabilisierenden Wirkung in Kombination mit ihrer Stärke, Ruhe und Willsenskraft und dem Aufbau von Blut und Essenz die ideale Hilfe in einem Burnout.

Angst ist der größte Energiefresser unter den Emotionen und schwächt unsere Nieren! 
In der Schwäche kann die Angst nach oben steigen und uns die Luft zum Atmen abschnüren, sogar Panik auslösen.

Die Brennnessel ist zunächst unscheinbar aber dennoch stark, sanft und dennoch willensstark, sie wird unterschätzt und als „Unkraut“ missachtet, aber das macht ihr nichts aus, denn sie ist freundlich, ruhig und ausdauernd.

Als Tee lässt sie sich 3x täglich trinken, Ziehzeit 10 Min.
Achtung: Aufgrund der harntreibenden Wirkung ist sie bei Wasseransammlungen aufgrund von Herz-  oder Nieren-Unterfunktion kontraindiziert!
Brennnesseltee ist gelb bis grünlich und schmeckt leicht salzig und nach Algen, in Teemischungen ist sie angenehm unaufdringlich.

Teemischung bei Allergien und als Frühjahrs-Getränk:
Brennnessel (Schutz), Löwenzahn (Reinigung), Kamille (Darmfunktion) und Minze (entspannt die Gallenblase und öffnet die Poren).

Äußerliche Anwendung:
Der alkoholische Auszug aus den Blättern wirkt durchblutungsfördernd und hilft bei Haarausfall, bei rheumatischen und neuralgischen Schmerzen.

Brennnessel-Pesto:
100g Brennnesseln
100 ml Olivenöl
100 g Feta-Käse
50g geröstete Sonnenblumenkerne
Saft einer halben Zitrone
3 Zehen Knoblauch, Salz u. Pfeffer

Ohne Käse, Knoblauch und Kerne, nur in (z.B. auch Sesam- oder Kokos-) Öl, ggf. mit mit etwas Zitronensaft püriert, lässt sie sich haltbar machen als Zutat, z.B. auch für Smoothies…

Wer nachhaltig und sinnvoll gärtnern und sich dabei ganz im Sinne der TCM & Yangsheng und mit unseren westlichen Kräutern bewusst und gesundheitsorientiert ernähren möchte, der freut sich über die Brennnessel – und isst (oder trinkt) sie!  😉
Häufig steht das Gute direkt vor uns… 

Es sind Zeiten wie diese, in denen die oft unerwartet lang andauernde und kräftezehrende Belastung in Alltag, Beruf und Familie ganz besonders die Prävention, den körperlichen wie psychischen Ausgleich und nachhaltige Regeneration notwendig machen. Und gerade dann bietet QiGong, neben den klassischen TCM-Therapiemethoden, ein spürbar effektives, jederzeit und mit sehr wenig Aufwand einsetzbares Mittel zur Selbsthilfe, das sich in jeder noch so kleinen Pause in den Alltag integrieren lässt. Ich will diese „Schatzkiste“ der Selbsthilfe nicht mehr missen und kann nur jedem ans Herz legen, es auszuprobieren und die unmittelbare Wohltat zu genießen. – QiGong kannst Du auch!

Zwar ist es zurzeit, im „sportlichen Lockdown“ der Corona-bedingten Kontaktbeschränkungen nur sehr schwer möglich, als Anfänger im QiGong einen qualifizierten Einstieg zu finden. Aber wenn man über die Möglichkeit der Videokonferenzen hinaus auch die eine oder andere persönliche Einzelstunde für sich in Anspruch nimmt und neben der persönlichen Anleitung und Erklärung auch ein wenig Information zu den Grundlagen und „Arbeitsprinzipien“ des QiGong erhält, dann merkt man sehr schnell, dass QiGong das Potential zu einer echten „Lebenshilfe“ hat und bereits einen ganz großen Teil dessen beinhaltet, was die Philosophie des Daoismus ausmacht. Das ist in Sachen Yangsheng schon fast die „halbe Miete“!

Einen ersten Teil einer „Bedienungsanleitung“ für QiGong habe ich 2017 im Taiji-Forum veröffentlicht, der Beitrag war u.a. für meine Kursteilnehmer gedacht. Und gerade weil er so grundlegend ist, bleibt der Inhalt zeitlos und wertvoll, daher hole ich ihn hier noch einmal hervor:

QiGong kannst Du auch!
QiGong kann man nicht erklären – aber spürbar machen!
QiGong zu beschreiben ist – eigentlich müßig.
Das Beste ist, man macht es einfach.
Und eigentlich tut man es ganz oft, ganz instinktiv. Nur muss man lernen, es wahrzunehmen. Und dann kann man es (mit ein bisschen Anleitung) gezielter üben und für sich einsetzen. Gezielte Atemübung – das ist die Definition oder besser das Prinzip von QiGong.

Das Qi
Gemeint ist hier zunächst mal die Lebensenergie oder Lebenskraft, die durch den Körper fließt und sein „Funktionieren“ erst möglich macht. Fließt diese Kraft frei und harmonisch, ist man gesund, der Ursprung von Krankheit laut der TCM, wenn diese Kraft sich staut, stockt oder verbraucht (und nicht erneuert) wird. Gemeint ist aber auch die Atmung, die Luft (Gas, Duft), mit der wir beim QiGong unser Qi vermehren. Denn grundsätzlich gibt es drei Quellen hierfür: Das „vorgeburtliche“ Qi, das ist das, was unsere Eltern und bei Geburt mitgeben. Das „nachgeburtliche“ Qi erhalten wir zum einen durch unsere Ernährung und zum anderen durch die Atmung.

Gong bedeutet Arbeit – das „Arbeiten mit dem Qi“, das ist QiGong.
Mit QiGong wird diese Energie erst einmal deutlicher wahrnehmbar, schließlich durch Übung gezielt einsetzbar. Man lernt, das Qi zu sammeln, zu vermehren, im Körper zu lenken – oder nach aussen zu richten (beim Tai Chi / Taiji bzw.Taijiquan).
En passant: „Taiji“ meint zunächst einmal „das Höchste, das Absolute, die primäre Quelle aller geschaffenen Dinge“. Es wird auch dargestellt durch die zwei „großen Pole“ Yin und Yang, das Taiji-Symbol, in dem sie sich zu einem Kreis ergänzen, ist den meisten bekannt. Dabei steht der helle Teil für das Yang (oben) und der schwarze für das Yin (unten), beide gehen ineinander über, bedingen sich gegenseitig und gleichen sich aus. Und in jedem steckt ein Teil des anderen drin…

Lass Dir Zeit
QiGong zu üben erfordert erfreulicherweise körperlich relativ wenig – dafür aber (und das ist heute zutage viel schwieriger) etwas Geduld und Zeit (im Sinne von Muße, nicht von Aufwand!) und die Bereitschaft, sich ein Stückweit von Rationalität und Ehrgeiz zu verabschieden und sich auf Intuition und geistige Ruhe einzulassen. Die größte Schwierigkeit bei uns „Wessis“ besteht genau darin:Wir sind zu rational, zu ehrgeizig, zu verbissen und „erfolgsorientiert“ in allem, was wir lernen wollen. Das ist in der Regel die erste und die größte Hürde.Wer sich im Laufe der Zeit darauf einlässt, einfach nur da zu sein, den Geist (Shen) zu beruhigen, „herunterzufahren“ und sich dabei fließend und mühelos (!) zu bewegen, der merkt schon ganz deutlich eine neue Leichtigkeit in der Übung und Bewegung und eine sensiblere Körperwahrnehmung.

Auf diesem Weg ist es nur ein Schritt weiter dahin, sein Qi im Körper zu lenken und die Wirkung wahrzunehmen. Und auch dies passiert ganz häufig völlig intuitiv! Nahezu jeder Teilnehmer, der ohne oder mit geringer Vorkenntnis eine Schnupperstunde im QiGong macht, erzählt am Ende der Stunde, dass er nicht nur eine tiefe körperliche und geistige Entspannung bemerkt, sondern auch eine deutlich größere Körperwahrnehmung. Diese Sensibilisierung für etwas, was eigentlich ohnehin schon da ist und eigentlich nur wieder „trainiert“ werden muss, wird im Laufe von relativ kurzer Zeit und der Übung wieder selbstverständlicher und vor allem gezielter. Dann werden auch einzelne Punkte (auch Akupunkturpunkte) ganz differenziert und gezielt mit Atmung und Qi „ansteuerbar“ und fühlbar. Übrigens sowohl bei sich selbst als auch bei anderen.

Qi aus Atmung
Auch die Atmung bzw. die Atemluft ist „Qi“ – und in der Tat neben der vorgeburtlichen/ vererbten und der Energie aus der Nahrung eine der drei Quellen, aus denen wir Qi schöpfen. Kein Wunder also, dass QiGong, als „Qi-Übung“ prädestiniert dazu ist, den Körper stetig zu regenerieren. Es ist in erster Linie Prävention – aber auch, wenn gezielt eingesetzt, durchaus Therapieform der TCM. Dabei ist es u.a. eine Funktion der Lunge, das Qi (über die Meridiane) im ganzen Körper zu verteilen.

Das Qi ist der Antrieb. Beim QiGong wird es durch die Atmung, gezielte und fließende Bewegungen, und die intuitive (weil tief entspannte und von jeglichen Gedanken „entleerte“) Aufmerksamkeit vermehrt/gestärkt, zum Fließen gebracht und gelenkt. Eigentlich machen wir ganz viel QiGong intuitiv.Wer hat nicht schon einmal, weil er erschöpft war, instinktiv ganz tief geatmet und sich dabei ganz lang gemacht und gestreckt? Nicht viel anders ist das „Sammeln“, was in aller Regel am Anfang jeder QiGong-Übung die Atmung vertieft und reguliert, das Qi vermehrt und den Geist besänftigt…

Zweites Beispiel: Wenn man aus Ärger,Aufregung oder Angst, in dem Bemühen, das galoppierende Herz zu beruhigen, bewusst tief atmet und sich nach unten ausrichtet, um sich gewissermaßen zu „erden“ – auch da ist schon „Richtung“ drin. Das, was in uns fühlbar nach oben steigt (Wut, die „durch die Decke geht“, Aufregung, die das Herz belastet, Angst, die uns die Kehle zuschnürt“…), das versuchen wir tatsächlich völlig intuitiv und mit tiefer (Aus-)Atmung nach unten zu schicken, um uns zu beruhigen. Unter umständen noch unterstützt durch eine „schiebende“ Bewegung der Hände in Richtung Unterbauch. Nahezu jeder hat das so oder so ähnlich schon einmal erlebt (und vermutlich gar nicht weiter wahrgenommen). Atmung, Richtung, Bewegung – das ist das Prinzip von QiGong.

Probieren geht über studieren
Dass dieses Prinzip wirkt, wie es wirkt und ob es richtig ist, lässt sich eigentlich immer ganz schnell überprüfen (und dazu ermutige ich jeden, der QiGong übt und sich uU auch mal unsicher ist): Nahezu jede Übung kann man auf zwei Arten machen, man kann die Richtung ändern und die Atmung „umdrehen“. Wenn dies gegen Dein inneres Körpergefühl geht und Unwohlsein auslöst – dann ist es falsch. Verändert man den Ablauf wieder und es fühlt sich „normal“ an, dann bist Du auf dem richtigen Weg. So einfach? Ja.

Probiere es selbst:
Das „Sammeln“: Ganz breitbeinig stehen, gestreckte Arme steigen, mit nach oben geöffneten Handflächen, seitlich hoch, den ganzen Körper zum Himmel strecken und tief einatmen. Mit den Händen vor dem Rumpf nach unten zum Unterbauch (Dantian) schieben und dabei ausatmen. 6-8x wiederholen.
Gegenprobe: Sammeln mit eng stehenden Beinen, Arme steigen seitlich, bleiben aber unterhalb der Kopfhöhe (etwa auf Brusthöhe) und sinken dann mit der Ausatmung zum Unterbauch. Wie fühlt sich das an? Vermutlich schon spürbar anders. Und was ist subjektiv besser?

Und noch drastischer: Das Sammeln in umgedrehter Atmung, beim Strecken und Heben der Arme nach oben wird diesmal AUSgeatmet, beim Hände senken EINgeatmet. Mit großer Wahrscheinlichkeit stellt sich spätestens mit der 3. oder 4.Wiederholung ein deutliches Unwohlsein ein, ein bleiernes Schweregefühl bis hin zu Übelkeit und Kreislaufbeschwerden – dann bitte sofort aufhören! Der Körper wehrt sich instinktiv, und es ist ziemlich klar: Hier stimmt was nicht! Wiederhole die Übung dann lieber noch 3-4x in die richtige Richtung, um das Unwohlsein wieder auszugleichen. Es dürfte ziemlich deutlich sein: Das Körpergefühl sagt spontan „Geht gar nicht!“ – Genau.

Immer wenn der Körper einem sagt „da stimmt etwas nicht“ – dann stimmt da etwas nicht. Und wenn es sich spontan gut anfühlt, dann bin ich auf dem richtigen Weg. Um dieser spontanen Körperwahrnehmung folgen zu können, ist es hilfreich, „das Hirn auszuschalten“. Nicht nachdenken! Einfach drauf los machen! (Vielleicht auch ab und zu die Augen schließen). Je länger man das macht, desto vertrauter wird es und desto intensiver die Wirkung. Aus dem angestrengten „Üben“ wird „Genießen“…

Wer nicht sucht, der findet
Und damit sind wir bei der „Anstrengung“. Der Feind von QiGong ist der Ehrgeiz, das „Zerreden“, das „Studieren“. Der einzige sinnvolle Weg ist die Praxis. Kein Chinese diskutiert lange, wenn er übt oder lehrt. Er übt einfach. Oder lässt üben. Versuche nicht der „Perfektion“ hinterher zu jagen. „You can’t chase Qi. It, eventually, will follow you.“ (Du kannst es nicht jagen – irgendwann wird es Dir folgen.) Besser kann man es nicht auf den Punkt bringen. Wer es jagt, wird es nie finden.
Es wird ganz viel darüber geschrieben, gelesen, geredet und verglichen. Das ist eher anstrengend als hilfreich. Wenn Du Pech hast, sitzt es auf dem nächsten Baum und lacht Dich aus. Ja, das ist ein Spaß. Und ja, es soll Spaß machen. Lächele dabei! Fühlt sich plötzlich anders an, richtig? Wundert Dich das? Dein Lächeln meldet Deinem Körper: Mir gehts gut. Und schon „funktioniert“ es, ganz wie von selbst!

Die 4. Dimension
Übrigens: Beim QiGong verliert der zeitliche Rahmen an Bedeutung. Drei Monate oder ein Jahr lang jeden Tag 10 Stunden … ist ein intensiver Anfang. 10 Jahre jeden Tag 15 Min. – das ist Erfahrung und gelungene Prävention. Einmal die „8 Brokate“, ein Durchlauf, das sind knapp 15 Min. – das ist für jeden machbar. Und es ist schon wirksam. QiGong ist kein „Workout“, sondern eine „Atempause“.

Wer häufig übt oder sich auch mal Zeit lässt dabei, der stellt irgendwann plötzlich fest: Dieselbe Übung fühlt sich nun ganz anders an. Das passiert bei vielen Übungen nach der 8., 12. oder 30.Wiederholung. Aber auch wiederum nach 3 Monaten, einem Jahr, nach zwei oder drei Jahren… Wer dann ein Video von sich sehen würde, wie er vor Jahren geübt hat, der denkt: Du lieber Himmel, was für ein Unterschied! Und das ist immer so, und es ist bei allen so! Und im besten Falle findet QiGong einen Dauerplatz in Deinem Leben, man macht es ganz selbstverständlich immer weiter – spätestens dann, wenn man es nach einer Pause plötzlich vermisst…
Es gibt noch etwas, was beim QiGong fasziniert: Obwohl man sich gefühlt in Zeitlupe bewegt, gibt es einige Übungen, die intensiv wärmen, ja regelrecht zum Schwitzen bringen können. Das ist zum Beispiel beim Fließen der Meridiane so, oder beim „Kreislaufen“, welches ganz klassische und sehr grundlegende und präventive Übungen sind, die man auch besonders gut als „warm up“ nutzen kann.

Mühelos – „aerob“
Im Gegensatz dazu besticht QiGong durch eine großartige Leichtigkeit und Mühelosigkeit.
Nicht die Muskeln sollen Dich bewegen, sondern die Atmung, die Richtung, das Qi. Folglich werden Muskeln weder angespannt noch gedehnt, denn QiGong ist weder Workout noch Streching-Übung! Niemals geht man beim QiGong an seine Grenzen (z. B. der Beweglichkeit) oder sogar darüber hinaus, ganz im Gegenteil, man bleibt durchweg in seiner „Komfortzone“, bleibt dabei vollkommen entspannt und insbesondere in seinem eigenen Atemrhythmus. Und stellt plötzlich u.a. fest, dass man dabei eine volle Stunde und mehr stehen kann, ohne dass es anstrengend wird…

Übrigens ist dieses Bewegungsprinzip genau der Ursprung, den QiGong und Taiji gemeinsam haben!
Auch hier kommt die Bewegung nicht aus der Muskelkraft, sondern aus der gezielten Atmung, der Steuerung von Qi… – Aber hier liegt auch schon der maßgebliche Unterschied: Das Ziel. Taiji vereint Bewegungen aus dem Kampfsport mit dem gezielten Einsatz von Qi nach außen, nämlich auf einen Gegner! Während beim QiGong ein Gegner gar nicht vorkommt, hier ist es Qi-Übung innerhalb meines Körpers mit dem ausschließlichen Ziel der eigenen Gesundheit.

Genauso wie Taijji ist QiGong kein „Senioren-Sport“! Gegen dieses weit verbreitete Vorurteil möchte ich hier entschieden antreten. Prävention? Ja. Reha? Ja. – Aber wer kann heute schon noch behaupten, dass Prävention und Regeneration nur etwas für „golden ager“ ist? Und wieviele „junge Leute“ lassen im Alltag körperliche und geistige Beweglichkeit und Balance und insbesondere Resilienz vermissen? Wer Taiji und QiGong schon früh für sich entdeckt, findet u.U. einen „Schatz“ fürs Leben…

All das sind Dinge, an denen man schon frühzeitig die Wirkung von QiGong erkennen kann – und damit Qi spüren kann. Es ist tatsächlich weniger geheimnisvoll als es manchmal gemacht wird.

Es geht ja nicht darum, dem Qi in jedem einzelnen Zentimeter meines Körpers nachzujagen und es an jeder einzelnen Stelle zu „spüren“, sondern die Wirkung von QiGong überhaupt wahrzunehmen. Nicht jagen – nur „mitkriegen was passiert“. Und das ist, ganz nebenbei und „all inclusive“ neben der Erholung und Entspannung noch so einiges: Körperliche und psychische Regeneration und Kräftigung, Beweglichkeit (und nicht nur körperliche), Links- rechts-Koordination, Gleichgewicht (körperliches wie emotionales), geistige Fitness, Konzentrationsfähigkeit, Stress-Resilienz, Herz-Kreislauf-Stabilität und insbesondere eine deutlichere Körperwahrnehmung und tiefe Regeneration.

Man muss wirklich nicht viel dafür tun, man kann QiGong in kleinen „to go“-Portionen, als „Atempausen“ in sein Leben integrieren und bereits spürbar davon profitieren. Auch das macht es so mühelos. Mir macht es schon Freude wenn ich sehe, dass nach einem Kurs die allermeisten Teilnehmer entspannt, mit aufrechter Haltung, ruhigem Herz und klaren Augen nach Hause gehen. Das nennt man dann wohl „aufrichtendes Qi“.

Natürlich gibt es viel zu lernen, viel Hintergrundwissen (aus der TCM), so manch ein Detail in der Physiologie oder Körperhaltung, an dem man feilen kann und sollte, um sich weiter zu entwickeln – aber der Anfang ist nicht mehr als das: Atmen und bewegen – nicht umgekehrt!

In diesem Sinne: Ausdauer hat auch etwas mit Atmung zu tun…

Eine „Moon Milk“ ist Entspannung und Genuss in einem:  Als großer Fan der sprichwörtlichen „eierlegenden Wollmilchsau“ bin ich immer auf der Suche nach Lösungen und Hilfen, die mit minimalen Aufwand eine große Verbesserung ermöglichen. Je einfacher und umfassender desto besser. Letztlich gehe ich von meinem eigenen Berufs- und Familienleben aus – alles was nicht durch eine ermutigende Leichtigkeit und spürbaren Erfolg besticht, schafft es nicht in meinen Alltag… und daher vermutlich auch nicht in meine Praxis. 

Meistens handelt es sich bei den Tipps, die ich langfristig einsetze, um sehr grundlegende und eben deshalb so nachhaltige „Helferlein“.
Fitness- und Food-Trends gibt es genug, die guten „Basics“ bleiben zeitlos…

Zeitlos und sehr grundlegend ist und bleibt z.B. das Thema Schlaf.

Wir halten zwar keinen Winterschlaf, aber die kurzen Tage und der Lichtmangel signalisieren auch uns eigentlich, dass die Natur auf Schlaf und Erholung programmiert ist, auch für uns. Insofern ist eine vermeintlich auffällige Müdigkeit im Winter mitnichten pathologisch, sondern vielmehr völlig normal. Das Bedürfnis nach Ruhe und Erholung ist jedenfalls zunächst mal von „Antriebslosigkeit“ oder einer tatsächlichen Depression zu unterscheiden.

Aber spätestens wenn der Winter geht und die Tage länger werden zeigt sich, ob man dem natürlichen Rhythmus folgend wieder motiviert und aktiv wird – und ob die Ruhe nicht (im Winter und auch sonst!) zu kurz gekommen ist.

Denn ausreichender Schlaf ist notwendig, damit alle die Dinge, die der Körper ohne unser Bewusstsein in dieser Zeit erledigt, auch wirklich stattfinden können: Zum Beispiel für die Verdauung, und zwar auch die geistige, die Verarbeitung der Informationsflut vom Tag und die Ablage im Langzeitgedächtnis (auch beim Lernen!). Demgegenüber verursacht Schlafmangel bekanntermaßen Konzentrationsstörungen und Gedächtnislücken…
Aber auch körperliche Stoffwechsel- und Reparaturmechanismen, und damit die Regeneration und Selbstheilung finden in dieser Zeit statt.

Umso ernüchternder ist die inzwischen offenbar schulterzuckend hingenommene Zahl der Menschen mit Schlafstörungen.

Die heute fast inflationär vielzitierte und in jedem „Coaching“-Artikel genannte Resilienz lässt sich zwar mit Entspannungsmethoden, Bewegung und Meditation fördern – wer aber dabei die „Basics“ übersieht (und dazu gehören nunmal ganz unspektakulär der Schlaf und die Ernährung), der kommt nicht weit… Es lohnt sich also, auch die zeitlosen, alten Hilfen wieder einzubeziehen, die vielleicht nicht vordergründig „sexy“ und gerade in Mode sind, dafür aber sinnvoll, hilfreich und nachhaltig. 

Der eine oder andere kennt sicher noch die heiße Milch mit Honig…. so weit entfernt ist die „Moon Milk“ (man könnte auch ganz einfach „Schlafmilch“ sagen) davon nicht – nur etwas cleverer im Rezept, soz. ein Multitalent:  

– Sie vermittelt allein schon durch die Wärme und Süße eine unmittelbare Entspannung, körperlich und geistig, und Trost für den u.U. sorgegeplagten Magen. Das allein ist schon der halbe Weg zum Einschlafen. Wer einen Weg findet, den sprichwörtlich „rotierenden Magen“ zu beruhigen, der kommt auch geistig zur Ruhe und schafft es eher, das Gedankenkarussel anzuhalten.
In der TCM ist der Magen „organisch zuständig“ für den emotionalen Bereich Sorgen/Grübeln. Wer zu viel grübelt, schwächt den Magen – ein schwacher Magen lässt uns im Grübel-Karussell endlos kreisen…

– In Kombination mit beruhigenden Tee-Kräutern wird die psychische und schlaffördernde Wirkung der Moon Milk unterstützt:
Hier kann man je nach Vorliebe und Bedürfnis auch wunderbar die ganz klassischen „westlichen“ Teesorten verwenden wie Lavendel, Melisse, Passiflora, Hopfen (als Einschlafhilfe), um nur einige zu nennen.

– Was wäre die TCM-Ernährung ohne Gewürze? Sie lassen sich so zielgerichtet und wirksam einsetzen, nicht nur um Geschmack zu bringen, sondern vielmehr um dem Körper das zu geben was er braucht… Da die Mitte gewärmt werden möchte, kommen hier meistens wärmende Gewürze zum Einsatz – und in die Moon Milk passen sie auch noch geschmacklich wunderbar! Eine warme Milch schmeckt schließlich mit Zimt, Kakao und/oder echter Vanille z.B. nochmal doppelt gut. Dass das aber nicht nur geistig sondern ganz körperlich auch Wirkung zeigt, ist die Art „win-win-Situation“, die ich besonders dankbar finde!

– Last but not least: Dass Rituale eine wirksame psychologische Hilfestellung bieten, ist mittlerweile allseits bekannt. Dass das besonders bei einem „Feierabend-Ritual“ oder Einschlaf-Ritual zutrifft, ist auch nicht überraschend. Dennoch wird dieses Hilfsmittel immer wieder gerne unterschätzt.
Dabei gehört es zu den grundlegendsten Basics des Energiesparens.
Denn letztlich geht es ganz hauptsächlich genau darum: Energie sparen! Alles, was unsere permanente Aufmerksamkeit verlangt, was ungewohnt, mühsam oder zeitintensiv ist, kostet Kraft. Und leider aasen wir in der Regel so lange mit unserer Energie, bis der Körper meldet „Akku leer“ – nur ist es dann schon eine Notsituation! Ginge es um ein Auto, das auf Reserve fährt oder ein Smartphone, das in den Stromsparmodus schaltet oder gar ganz geht, dann reagieren wir umgehend – nur nicht bei uns selbst. In Sachen Stromsparen ist uns jedes Einsparpotential recht, bezogen auf uns selbst lassen wir dagegen jede Menge Potential achtlos liegen. Das Ritualisieren von noch so kleinen Angewohnheiten, die auf irgendeine Art und Weise gut tun und „Lebenspflege“ (Yangsheng) bedeuten, gehört zu den größten Energiesparpotentialen, die wir nutzen können. Nachhaltigkeit ist auch hier ein lohnendes Ziel.

– Eine weitere Zutat macht die Moon Milk dann tatsächlich zur „eierlegenden Wollmilchsau“:
Es gibt eine Vielzahl von Nahrungsergänzungsmitteln aus der ayurvedisch-indischen, traditionell chinesischen und auch westlichen Phytotherapie, die man schulmedizinisch als „Adaptogene“ bezeichnen würde. Sie erhöhen nämlich unsere Anpassungsfähigkeit – deren Wirkung könnte man auch als resilienzsteigernd bezeichnen. In einer Lebensphase, in der man sich u.U. derart körperlich und geistig verausgabt hat, dass der sprichtwörtliche Akku soz. „tiefenentladen“ ist, braucht es kurzfristig Strategien und einfach Hilfsmittel, die eben dazu führen, dass man körperliche und geistige Balance wieder herstellen kann, um auf Anforderungen aus der Umwelt angemessen reagieren zu können – mit Leistungssteigerungen aber auch mit den notwendigen Erholungsphasen. Diese Fähigkeit zur Adaption (in beide Richtungen) lässt sich sogar an Zahlen messen, z.B. an der Herzfrequenzvariabilität (HRV, https://de.wikipedia.org/wiki/Herzfrequenzvariabilität#HRV_in_Stressmedizin_und_Psychophysiologie), die ein guter Indikator für Resilienz und gleichzeitig für (Herz-Kreislauf-)Fitness ist und problemlos durch ein EKG aber auch schon vielen Fitnessuhren zu ermitteln ist. 
In der ayurvedischen Medizin wäre ein gutes Beispiel die „Schlafbeere“ Ashwagandha. Ein sehr wirksames Pendant aus der TCM ist der Heilpilz Hericium (auch „Igelstachelbart“ oder „Löwenmähne“ genannt), der in der TCM zudem schon lange bei Magen-Darm-Erkrankungen eingesetzt wird.
Auch der Einsatz von Heilpilzen in „Tee“-Form ist nichts Neues – und nutzt in der Regel den Vorteil, dass hier nicht mit Extrakten (also herausgelösten Einzelbestandteilen) des Pilzes gearbeitet wird, sondern der ganze Pilzkörper (zu Pulver vermahlen) verwendet wird.  Die meisten Heilpilze schmecken sogar sehr lecker, und z.T. finden sie ja auch den Weg in so manch eine Pfanne, so z.B. der Shiitake, der mittlerweile in fast in jedem Supermarkt zu haben ist, oder auch Mu-Err (Auricularia, bzw. das „Judasohr“), der in so ziemlich jedem Wok-Gericht landet…
In einer Schlafmilch gibt Hericium z.B. eine „erdige“, nussige Note, die sich m.E. nach sehr harmonisch mit einem TL Kakao verbindet. 😉

– Und noch ein soz. „umwerfendes“ Argument für die Schlafmilch: Das Genießen. Was ist schöner als eine Schlafmilch, die auch noch lecker schmeckt?  Wenn man das sinnvolle und hilfreiche so einfach mit dem Angenehmen verbinden kann, hat das für mich den Charme, den es braucht, um langfristig den Weg in die persönliche Hausapotheke, oder vielmehr in den heimischen Küchenschrank zu finden… 

Grundrezept:
Es werden immer diese drei Kompontenten nach belieben kombiniert:
Milch (oder vegange Milchalternative)
wärmende Gewürze (Kurkuma, Zimt,  Kardamon, Vanille, Kakao usw.) und beruhigende Tee-Kräuter (z.B. Lavendelblüten, Melisse, Passiflora, Hopfen, u.v.m., hier gibt es eine ganze Auswahl an bekannten „Schlaf-Tee“-Sorten, die sich im Teebeutel oder -sieb verwenden lassen)
Adaptogene:  Ashwagandha (Schlafbeere) oder Tulsi (das „heilige Basilikum“),  und bei den Heilpilzen der TCM: Reishi (der „Pilz der Unsterblichkeit“) oder Hericium.
Nach Belieben lassen sich auch noch getrocknete Beeren oder Datteln hinzufügen, wenn man es gern noch etwas fruchtiger mag…

Zubereitung: Etwa 1/4 bis 1/3 Tasse Schlaf-Tee (z.B. Lavendel u. Hopfen) aufbrühen und 8 Min. ziehen lassen. In der Zeit die Milch zusammen mit den Gewürzen und ggf. Beeren oder 1 Dattel erwärmen, das Adaptogen (z.B. Hericium-Pulver) hinzufügen (je nach Angabe, meistens 1 TL des Pulvers) und rühren bis es sich ganz löst, und dann zu dem Tee in die Tasse gießen – fertig!

Lass es Dir schmecken – und dann schlaf schön! 😉

Am 12. Februar beginnt das chinesische Jahr des Metall-Büffels.

Der Büffel ist das zweite der chinesischen Tierkreiszeichen und folgt auf das unruhige Jahr der Ratte

Er ist bekannt für seine Geduld, Ausdauer und Willensstärke. Beste Voraussetzungen, um die Probleme aus dem letzten Jahr anzugehen und aus dem Weg zu räumen. Büffel-Jahre sind Reformjahre und bringen in der Folge beruflichen Erfolg, Wachstum und auch privates Glück.

Denn Büffel sind Herdentiere und sorgen für ihre Lieben. Treue, Zuverlässigkeit und Verantwortungsbewusstsein machen ihn zu einer soliden Stütze. 

Büffel sind fleißig, zielstrebig und entschlossen. Von Veränderungen halten sie nicht so viel, sie setzen auf bewährte Qualitäten.

Aber man darf ihn nicht unterschätzen und nicht allzu sehr reizen oder bedrohen, sonst walzt er mit seiner Körpermasse und Kraft alles nieder, was ihm in die Quere kommt.

Mit dem Büffel folgt auf das Jahr der Ratte (Yang-dominiert) nun ein Tier, bei dem das Yin deutlich ausgeprägter ist. Das Jahr wird also insgesamt deutlich ruhiger.

Das Element Metall steht zudem für Pflichtbewusstsein, Fairness und Standhaftigkeit und ist daher ein idealer Verstärker der Büffel-Qualitäten.

Das Jahr wird anstrengend, es wird unser Verantwortungsbewusstsein, unsere Disziplin und unsere Ausdauer fordern. Aber es wird sich lohnen.

Und es ist die Zeit etwas Ordnung im Familienleben zu schaffen, und damit eine tragfähige, solide Basis und einen Ruhepol.

Die Strategie des Büffels erinnert mich an ein ganz grundlegendes und wichtiges Prinzip der daoistischen Philosophie und Kampfkunst: Wuwei. Nicht kämpfen, nicht eingreifen, sondern sich integrieren (Teil sein) und flexibel bleiben – und trotzdem in der eigenen Mitte. Und dabei das Herz öffnen und aufmerksam sein, auf die Umwelt wie auf sich selbst.

In der Ruhe liegt die Kraft. Und: Wenn Du es eilig hast, gehe langsam…

In diesem Sinne: Ich wünsche Euch ein gutes, gesundes und friedliches neues Jahr – und dafür ganz viel Büffel-Kraft! 😉

Das drastische Fazit aus diesem Jahr ist sicherlich: Am Ende bleibt einem nichts als die 21 Gramm, die den Körper überleben… und das kann schneller gehen als man denkt. Es waren dieses Jahr einige mehr als sonst und vor allem früher als notwendig. Auf einmal reduzieren sich Prioritäten ganz intensiv auf das Wesentliche. Hautnah haben das aber nur Betroffene und medizinisches Personal erlebt, für alle anderen ist das Begreifen daher auf andere, sichtbare Entbehrungen reduziert.

Das Nichts in den Supermarktregalen war eine davon, relativ am Anfang und im Laufe der Zeit zu einem „running Joke“ der Medien avanciert: Leere Regale, kein Klopapier, keine Nudeln, keine Konserven, keine Hefe… Das hat es so schon lange nicht gegeben, für die meisten war es schlichtweg surreal.

Doch ganz bald kam ein viel größeres Nichts: Das existenzielle. Von jetzt auf gleich sind ganze Branchen am Boden, haben keine Arbeitsgrundlage mehr, kein Einkommen, keine Perspektive und keine Ahnung, wie das wohl weiter gehen soll. Während die einen unter der Arbeitsbelastung ächzen (die sog. „systemrelevanten“), einige wenige sich eine goldene Nase verdienen, schaffen es die anderen nur durch ein immenses Maß an Solidarität. Und auch wenn es noch lang zu wenig ist, bisher, so ist es doch schön zu wissen, dass es sie noch gibt…

Denn es gibt auch die andere Seite des Nichts: #Langeweile. In einer weitgehend unbedrohten Situation, die einem aber den gewohnten Bewegungsfreiraum entzieht, dreht so manch einer seine Kreise in den eigenen 4 Wänden und steht sehr bald vor einem bis dato völlig unbekanntem Nichts…

Und dabei sollten wir dankbar sein für ein bisschen mehr Nichts in vieler Hinsicht. 
Denn auf „Höher-weiter-schneller“, auf „Leistungsgesellschaft“, auf Reizüberflutung, Überangebot und Dauerbespaßung muss ja zwangsläufig irgendwann eine Kehrtwende kommen – sie kam jetzt nur anders als gedacht und ziemlich unverhofft, schnell und drastisch…

Aber das war auch nötig: Es wurden nämlich nicht nur Schränke, Keller, Garagen und Gärten entrümpelt, sondern auch Ehen, Familien und Freunde… das große „Ausmisten“ ist angesagt. Kein Wunder, dass gerade der Trend der „Tiny Houses“ und das Camping einen Boom erfahren.

Nebenbei entdecken viele das „Draußen“ wieder, die Natur – und das Fahrrad…
Überhaupt: Die Natur bedankt sich für eine kleine CO2-Verschnaufpause mit blauem Himmel, etwas mehr sauberer Luft und klarem Wasser… Weniger ist mehr.
(Anmerkung zum Thema Natur: Wir werden übrigens auch Corona vermutlich nicht (oder zumindest nicht allein) beherrschen. Die Natur wird es. Sie kann nämlich auch ohne uns. Aber wir nicht ohne sie.

Und es sind auch hier und da ganz neue Ideen entstanden – und die entstehen immer aus – na? Aus dem Nichts! Denn aus dem Nichts entsteht Kreativität. Aus der Notwendigkeit. Und aus dem Vorteil des Nichts: dem Platz für Neues. Ein Künstler würde sagen „Muse“, für das Fußvolk: Leere, geistiger Freiraum. (Oder für Nerds: freier Arbeitsspeicher?) 😉

Das einzige Nichts, das sich gerade partout nicht einstellen will ist das Nichts im Kopf. Damit ist jetzt nicht das Fehlen jeglicher Intelligenz gemeint. Wobei – naja. Aber das würde ich auch nicht als Nichts bezeichnen sondern als „ganz viel Unsinn“. Nein, gemeint ist das Fehlen von Sorgen, von Gedanken-Karussells und Ängsten… 
Die letzten Monate rotieren die meisten von uns soz. „24/7“, um Lösungen zu finden und kommen dabei geistig überhaupt nicht mehr zur (inneren) Ruhe

Auf die Dauer ist das so kräftezehrend, dass das Nervenkostüm leidet, die Dünnhäutigkeit zunimmt, die Anfälligkeit für emotionale Entgleisungen. Hinter den Corona-Wellen schwappt jeweils zeitversetzt um ein paar Wochen eine Welle von Depressionen, Burnouts und Angstzuständen her. Es braucht ganz dringend auch mal wieder Ruhe für den Geist…

Von einem Patienten erfuhr ich kürzlich, dass er bei seinen täglichen Übungen und Meditationen sehr strukturiert und zielgerichtet vorgeht. Sehr beherrscht, ehrgeizig und selbstkritisch. Das ist so typisch für unsere Herangehensweise an alle Herausforderungen: Mit dem Anspruch auf Beherrschung. Mir kam das spontan unglaublich mühevoll vor. Mir kam sofort der Wunsch in den Sinn nach dem Nichts im Herzen (nach Platz und Leichtigkeit) und Ruhe im Kopf! Nach einer großen Portion NICHTS.

Es gibt beim Meditieren ja durchaus mehrere „Wege nach Rom“: 

Man kann bewegt meditieren:  
Bekanntermaßen mittels „Geh-Meditation“, aber auch z.B. mit den „Wolkenhänden“ aus dem Taiji, dem „Circle walking“ im Bagua Zhang und mit einzelnen fließenden QiGong-Übungen (so manchem fällt da spontan seine Lieblings-Übung ein, die ihn in den „Flow“ bringt…)

Man kann auch stehend meditieren
z.B. mit den „stehenden Säulen“, die zu den Grundlagen-Übungen der daoistischen inneren Kampfkunst gehören und u.a. die Ausrichtung, die eigene Mitte und die Schwerelosigkeit trainieren – aber auch ganz einfach durch das „Verwurzeln“ im Boden (durch Yongquan) und das „Verlängern“ zum Himmel (durch Baihui).

Zur sitzenden Meditation bzw. zum stillen QiGong kann man z.B. auch den kleinen himmlischen Kreislauf zählen. Er ist gewissermaßen schon so etwas wie eine geführte stille Meditation, ein bisschen wie ein „Body scan“ (auch der ist ja geführt).

Die „geführte“ Meditation könnte man m.E. vergleichen mit einem Gebet:  
Der Geist wird gelenkt. Man hangelt sich gewissermaßen an einer „Affenleine“ entlang. Dabe ist der „Affe“ das sprunghafte, unkontrollierte, unwillkürliche „Gedanken-Hopping“, das so manch einem das Meditieren, aber auch das Praktizieren von QiGong und Taiji bisweilen ordentlich verhagelt… Schon beim QiGong und erst recht beim Taiji und Bagua Zhang merkt man: Wenn man mit der Aufmerksamkeit nicht bei sich und seinem Körper ist, fliegt man ganz schnell aus der Kurve, torpediert damit seine Übung, wenn es ganz dumm kommt, landet man sogar auf der Matte…;-) Also liegt die „höchste Disziplin“ darin, „den Affen einzufangen“, bei sich zu bleiben. Eine geführte Meditation ist da eine große Hilfe und Orientierung, das kann ein Bodyscan sein, eine Gedankenreise, ein Mantra, ein Gebet – was immer Dir hilft, zu Deiner Mitte zu finden und ruhig zu werden.

Es gibt aber auch kleine Hilfen, die das „Kopf leeren“ erleichtern, z.B.:

–  Am ausgestreckten Arm auf den eigenen Zeigefinger fokussieren und diesen in kleinen Schritten immer näher zum Herzen führen, dabei mit der Aufmerksamkeit seinem Finger folgen bis ins eigene Herz… (das Herz ist das „Haus des Shen“, des Geistes!)

Lächeln! Das „reinigt“ das Herz und entspannt! 
Wer lächelt, kann nicht angespannt sein. Und auch nicht von schlechten Gedanken erfüllt. Lächeln lässt das Herz aufgehen. 
Und wer freundlich zu sich selbst und allem um sich herum ist, der bleibt entspannt und ruhig.

– Sich in eine Seifenblase setzen: 
In einen gedämpften, leeren, schwerelosen Raum, der zwar die Wahrnehmung der Außenwelt zulässt, aber dennoch ein „Vakuum“ bietet, einen Freiraum bzw. Leerraum, Schwerelosigkeit, ein kleines Nichts für den Geist und ein bisschen mehr Platz für sich selbst…

Mit etwas Übung geht es irgendwann auch ganz ohne „Leine“, und vor allem ohne Mühe!

Ich wünsche Euch friedliche und ruhige Feiertage,  eine dicke große schillernde Seifenblase – und ein bisschen „Nichts“ im Kopf…

Dreißig Speichen bilden eine Nabe,
doch erst das Nichts dazwischen macht das Rad.
Aus Lehm formt man ein Gefäß,
doch erst durch das Nichts im Inneren 
kann man es benutzen.
Fenster und Türen schneidet man in Mauern –
das Nichts in der Mitte ist der bewohnbare Raum. 
Das was da ist, hat einen Sinn
– was nicht da ist, macht seinen Nutzen aus.
Dao de Jing 11, Laozi