In der TCM ist das oberste Gebot, den Organismus in seiner Fähigkeit zur Selbstregulierung zu unterstützen.
Die „goldene“ (weil ausgewogene) Mitte ist das Ziel – und damit ist jedes Extrem, ob Völlerei oder beim Fasten, zu vermeiden.

Das Fasten gehört zum Yin – und ist damit (oft notwendiger) Ausgleich zum Yang. 
Darin liegt die wichtigste therapeutische Wirkung des Fastens: Das Ausleiten von pathologischer Hitze und Fülle – also z.B. Entzündungen jeglicher Art, Bluthochdruck, Migräne, roten Hautausschlägen u.ä. (und dies sind die Indikationen).

Problematisch wird das Fasten bei Mangel-Zuständen: Kälte, Schwäche (z.B. durch Krankheit), bei erhöhtem Bedarf in der Schwangerschaft und Stillzeit – und bei übermäßiger Aktivität in der Fasten-Phase. Bei Mangel an nachgeburtlichen Energie-Ressourcen wird der Körper auf die vorgeburtliche und essenzielle Energie aus den Nieren (Jing) zurückgreifen – dies schadet ganz substanziell der eigenen Gesundheit! 
Daraus erklärt die TCM übrigens auch das „Hochgefühl“ während einer Fastenkur: Hier wird die essenzielle Energie verbrannt.  

Fallen Fasten und Yang (Aktivität) zeitlich zusammen, gerät der Körper in Stress! Dies beschleunigt den körperlichen Alterungsprozess!
Richtig ist, in der Fasten-Zeit möglichst Anstrengung, Aktivität, Sport, Aufregung u. Stress zu vermeiden, sich zu entlasten, viel zu schlafen, sich Ruhe und Rückzug (am besten durch Urlaub) zu erlauben, um damit tatsächlich dem Körper die Gelegenheit zu geben, sich ins Yin zu vertiefen. Nur dann ist der Körper dazu in der Lage, die Yin-Phase zu nutzen für Zell-Reparaturen, „Hausputz“, Entgiftung, Verdauung (körperliche und geistige) und Regeneration… 

Bevor Sie sich also in den Frühling (und ins Yang) stürzen – nehmen Sie sich eine Auszeit: Eine Yin-Zeit!

Anleitung zum Reis-Fasten (3-8 Tage):
– Auf Kaffee, Alkohol, tierische Nahrungsmittel und Süßigkeiten verzichten
– Morgens und mittags: Reis mit Mung- oder Adzukibohnen, kleine Mengen (bei Hitze auch rohes) Gemüse
– Für Reissuppe (eine echte Heilnahrung!) den Reis mit mehr Wasser, ca. 2 Stunden kochen
– Sparsam würzen! Wenig Salz und etwas kaltgepresstes Olivenöl oder Sesamöl
– Abends gedämpftes Gemüse, Gemüsesuppe (ohne Reis)  oder Rohkost
– Getränke: warmes Wasser, Grüntee (kühlt), Brennnessel-Tee, Löwenzahn-Tee, Maisbart-Tee, Maulbeerblätter-Tee