Ah sooo!



"Ah sooo!"

ist ein geflügeltes Wort geworden, das mich immer an Meister Tian Liyang erinnert - verbunden mit einem hellen Leuchten im Gesicht, einem breiten und freundlichen Lachen und funkelnden Augen!


Immer dann, wenn das "Licht der Erleuchtung" inmitten einer Taiji-Übung plötzlich aus dem Gesicht eines seiner Schüler erstrahlt, leuchtet zur Belohnung dieses Lächeln in Meister Tians Gesicht verbunden mit einem leichten Nicken und den Worten "Ah sooo!", einer der wenigen deutschen Sätze, die man (mit etwas Glück) von ihm hören wird.


Es ist eine Belohnung und eine große Motivation, wenn man plötzlich versteht... - daher habe ich auf dieser Seite ein paar "Wissens-Krümel" zusammengetragen,

die auch die TCM, vor allem aber QiGong ein wenig verständlicher machen sollen.


So entsteht hier ein kleines Wörterbuch zum Nachschlagen, das sich stetig erweitert:

Dao / Tao: 道

Wörtlich übersetzt "Weg" - im Sinne des DaodeJing von Laozi der Ursprung von allem, des Kosmos. Es ist prinzipiell omnipräsent bzw. -immanent. Und es ist die höchste Stufe des Seins.


Daoismus / Taoismus:

Philosopie u. Religion

u.a. Lehre der 5 Elemente bzw. Wandlungsphasen, des Qi, des Yin & Yang, Taijiquan, Qigong, Streben nach Unsterblichkeit

Der Mensch als Bestandteil der Natur (nicht deren Herrscher), Integration in die Natur, Verzicht auf rohe/dumme Kraft


Gong / Kung:

Arbeit, Übung, Fähigkeit


Hegu (Akupunktur-Punkt Dickdarm 4):

Tatsächlich ist das der in der Praxis wohl am häufigsten verwendete Akupunkturpunkt!

Vielen ist er bereits bekannt als "Aspirin"-Punkt - mit analgetischer Wirkung (schmerzlindernd)

auf den ganzen Körper.

Besonders häufig wird er verwendet, um Kopfschmerzen zu lindern.

Er ist ein Meisterpunkt für Gesicht und Mund und wird auch für die Sinnesogane eingesetzt.

Vorsicht: Die Nadelung ist in der Schwangerschaft kontraindiziert - Ausnahme: Geburtserleichterung.


Ingwer - und seine Wirkung...:


Jing:

die körperliche/stoffliche (Lebens-) Essenz, die körperliche "Reserven", die Summe aus Yin + Yang, gespeichert in den Nieren,

steht im Zenit mit etwa 25 Jahren - mit 40 J.  ist davon noch etwa die Hälfte übrig.

 

Mingmen:

"Tor des Lebens", Akupunkturpunkt Du4 (bzw. LG4) des  DuMai (Lenkergefäß), auf dem Rücken in Höhe des 2. Lendenwirbels (Höhe der oberen Beckenknochen) und ziemlich genau auf der Rückseite von QiHai. Auf Mingmen, das Tor des Lebens, wird im QiGong ähnlich häufig Bezug genommen wie auf QiHai bzw. den unteren "Dantian".


Qi: 氣

vitale Energie, Lebenskraft

die weise  Kraft - vs. Muskelkraft (die "dumme Kraft")


Bedeutung des chinesischen Schrift-Zeichens: Der obere Teil = "Luft/Dampf", der untere Teil: Reis. Qi beinhaltet also Materie (Reis, die Nahrung) und Energie - mithin Yin und Yang.

Qi ist die Energie, die im Körper fließt,  Blut ist die  "Materie", die im Körper fließt. In dem Sinne ist Qi Yang (Energie), Blut Yin (Materie).


Das Qi wird unterteilt in Vorgeburts- und Nachgeburts-Qi.

Ersteres, das Yuan-Qi  元/原气 ist , das "ursprüngliche" Qi, erben wir von unseren Eltern. Es wird in den Nieren gespeichert.

Das Nachgeburts-Qi "tanken" wir durch Nahrung und Atmung (Qigong!).

Das Nahrungs-Qi heißt Gu-Qi und  wird von der Milz zusammen mit Luft aus den Lungen und Yuan-Qi aus den Nieren zu "wahrem Qi", dem Zhen-Qi und weißem Blut verarbeitet.

Zhen-Qi fließt als Ying-Qi 营气 (ernährend) in den Meridianen und als

Wei-Qi 卫气 = Abwehr-Qi zwischen Haut u. Muskeln (Schutz)

Zheng-Qi ist der Sammelbegriff für alles abwehrende Qi des Körpers.


QiGong:  氣功

„Qi Arbeit/Übung“, eine der 5 Säulen der TCM, Bewegungskunst, Qi durch Atmung



QiHai:

"Meer des Qi", der Akupunkturpunkt Ren6 (bzw. KG6) des RenMai-Meridians (bzw. Konzeptionsgefäß), dem Obermeridian aller Yin-Meridiane. QiHai markiert gleichzeitig den unteren "Dantian", unseren Qi-Speicher im Unterbauch, 2 Finger unterhalb des Bauchnabels.


Quan:

Faust


Què qiáo: 鹊桥

Die "Elsternbrücke": Die Zunge liegt hinter den Schneidezähnen flach u. sanft am Gaumen an und schafft so die innere Verbindung im Kopf zwischen dem DuMai und dem RenMai, so dass der "kleine Himmlische Kreislauf" (Zhoutian) an dieser Stelle die beiden Meistermeridiane verbindet und ineinander fließen lässt.



Shaolin:

Buddhistischer Orden, ursprüngl. Kloster am Berg Songshan, Provinz Henan, Wiege der "äußeren" Kampfkunst (Kung Fu)


Shen:

Achtsamkeit, Bewusstsein

Der Geist des Herzens

Es zeigt sich in einem strahlenden Gesicht.

In der "Leere" oder Stille des Herzens - bzw. des Shen - erkennt man das Dao... ;-)




Taiji: 太极

"Große Pole; das sehr große Äußerste, die großen Gegensätze" - daher auch das Taiji-Symbol, das die meisten als Yin-Yang-Symbol kennen. Dabei geht weiß (oben, Yang) in schwarz (unten, Yin) über, entsteht wiederum aus diesem, sie bedingen sich gegenseitig und entwickeln sich ineinander, gehen ineinander über (Wandlung).

Und sie kommen (als Punkte) jeweils auch IN dem anderen vor: Das Yin (als schwarzer Punkt) im Yang, Yang (als weißer Punkt) im Yin.

Das eine kann ohne das andere nicht sein (denn ihre Existenz definiert sich nur in Relation zu dem anderen, sie sind per Definition Gegensätze).

Die kreisförmige Anordnung verdeutlicht die Dynamik (Wandlung) im Bild, das Fehlen von grau (als Farbe dazwischen) verdeutlicht die Gegensätzlichkeit aber auch die kontinuierliche Balance, der Ausgleich zwischen den beiden: Yin und Yang.

Yin und Yang gleichen sich aus, stehen in Balance - dies ist die Definition bzw. Voraussetzung von Gesundheit!


Taijiquan: 太极拳

"Innere" Kampfkunst, gemeinsamen Ursprungs u. Prinzips wie QiGong


Tuina:

chinesische Massage, manuelle Therapieform der TCM, u.a. unter Nutzung der "Akupunktur-Punkte"



Wandlungsphasen / 5 "Elemente":

folgt...



Wudang:

Gebirge in der Provinz Hubei in China, einer der heiligen Berge des Daoismus;

Wiege der "inneren Kampfkunst" Taiji


Wushu:

offizieller Name des Kung Fu bzw. der äußeren Kampfkunst in China



Xin:

Das Herz kontrolliert die Blutgefäße (Blut = Xue) und ist das "Haus des Shen" (Geist des Herzens, Achtsamkeit)

Es entspricht der Wandlungsphase Feuer (huǒ 火). Das zugehörige Yang-Partner-Organ ist der Dünndarm.

Im QiGong ist die Ruhe des Shen und die Leere des Herzens (sowie ein volles Dantian) von zentraler Bedeutung.



Yang: 阴

die helle, obere Hälfte des Taiji-Symbols, die der Sonne zugewandte, helle Seite eines Hügels.

das Aktive, Männliche, Helle, Obere, der Himmel, der Tag, Hitze, Feuer, Osten (Sonnenaufgang) bzw. Süden (Sonne im Zenit), Energie (vs. Materie).

Hierzu gehören die "Fu-Organe" (Hohlorgane, Verdauungsorgane): Dickdarm, "Dreifacher Erwärmer", Dünndarm und Gallenblase, Magen, Blase.


Yangsheng:

Lebenspflege, Lebenseinstellung i.S.v. Vermeidung von Ungleichgewicht zur Erhaltung der Gesundheit (= Prävention!)

Es umfasst u.a. Qigong!


Yi:

Absicht, Vorstellungskraft, Konzentration, "Fokus",

* die "Lenkung" im QiGong


Yin: 陰

die dunkle, untere Seite des Taiji-Symbols, die Schattenseite eines Hügels.

das Passive, Weibliche, Dunkle, Untere, die Nacht, die Kälte, das Wasser, Westen (Sonnenuntergang) bzw. Norden, Materie (vs. Energie).

Hierzu gehören die "Zang-Organe" (Speicherorgane): Lunge, Perikard, Herz und Leber, Milz, Nieren.


Zusanli (Akupunktur-Punkt Magen36):

Der Punkt ist einer der "Top Ten" der Akupunkturpunkte!

Außerdem kommt er in einem Bild der Magen-Form im Qigong als Klopfmassage vor.

Zusanli findet sich direkt an der Außenkante des Schienbeins in einer Vertiefung

zwischen Schienbein und Wadenbein, wenn man am Schienbein entlang in Richtung Knie rutscht,

etwa 4 Finger breit unterhalb der Kniescheibe.

Meistens ist der Punkt druckschmerzhaft.

Zusanli stärkt das Qi, beruhigt das Shen (den Geist) und ist ein Hauptpunkt zur Qi-Stärkung

bei Schwächezuständen, ua. bei Burnout.


Copyright © All Rights Reserved